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Denken wir an Pflanzen am Haus, denken wir meist an selbstklimmenden Wilden Wein oder Efeu. Beides Pflanzen, die dem Haus durchaus gefährlich werden können und deren Wuchskraft meist über das gewollte Ziel hinaus wächst. Weniger wuchernde Pflanzen bieten hier eine gute Alternative.
Rankhilfen am Haus für nicht selbstklimmende Pflanzen und Ranker verleihen vielen Hauswänden eine architektonische Gliederung. Eines der berühmtesten Beispiele ist hier Goethes Gartenhaus in Weimar, das man sich ohne die Rankgitter kaum vorstellen mag. (Bild rechts) Wandspaliere gehörten zu den bevorzugten Elementen biedermeierlicher Gartenkunst.
In Stifters Nachsommer (1857) spiegelt sich der romantische Reiz einer blühenden Hausfassade: "Die Außenseite dieses Hauses waren ganz mit Rosen überdeckt. Es waren Latten an dem Mauerwerke angebracht, und an diese Latten waren Rosenzweige gebunden. (...) Da eben die Zeit der Rosenblüte war und diese Rosen auch außerordentlich reich blühten, so war es nicht anders, als stände ein Tempel von Rosen da und es wären Fenster in dieselben eingesetzt. Alle Farben, von dem dunkelsten Rot, gleichsam Veilchenblau, durch das Rosenrot und Gelb bis zu dem Weiß waren vorhanden: Bis in eine große Enfernung verbreitete sich der Duft."
Das Wort Spalier leitet sich vom Französischen "espalier" ab, das so viel bedeutet wie "Stütze". Die Wuchshilfen wurden ursprünglich für Nutzpflanzen entwickelt. Seitdem Weinstöcke in Kultur genommen wurden, werden Rankgerüste verwendet. Später nutzte man Spaliere auch für andere Obstbäume und für zierende Pflanzen, so z. B. für Rosen. Auch als reines architektonisches Stilelement wurden Rankgerüste an Mauern verwendet. Dabei verzichtete man sogar auf die Pflanzen.
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