weltdeswohnens
zum Warenborb Seite drucken Sitemap
home   >   Gartengestaltung   >   Traumgärten   >   Wohngarten in Hamburg >
Gartenplanung von weltdesgartens
Moderne Gartengestaltung - wo liegen die aktuellen Trends?
Gartenmessen 2017/18
Traumgärten
Großer Landgarten in Brandenburg
Moderner Garten in Oberfranken
Wohngarten in Berlin
Wohngarten in Hamburg
Hausgarten im Hessischen
Hausgarten im Spessart
Vier Wände im Grünen
Die besten Gärten
Gestaltungsideen
Die Kunst der Gartengestaltung
Der eigene Traumgarten muss nicht teuer sein

Garten in Hamburg - Lebendige Geschichte

 

Im Juni 2009 jährt sich der Geburtstag des bereits 1968 verstorbenen Hamburger Gartenarchitekten Gustav Lüttge zum 100. Mal. Anlass, Ihnen einen im Jahr 1963 von Gustav Lüttge angelegten Garten in Hamburg-Volksdorf vorzustellen, der jetzt durch eine einfühlsame Instandsetzung seine Ausstrahlung wiedergewonnen hat.
 

Genau hinschauen zu können gehört zu den wichtigsten Tugenden eines guten Gartengestalters. Denn nicht selten verbirgt sich hinter einem alten, über die Jahre aus der Form geratenen Garten ein regelrechtes Kleinod oder sogar eine denkmalwürdige Anlage. »Gerade bei Käufern alter Häuser mit Garten erleben wir häufig, dass die neuen Gartenbesitzer fragen, ob Sie vor unserer ersten Geländebegehung schon einmal den Bestand komplett roden sollen«, berichtet »Gärtner von Eden« Jörg Scharnweber. »Wir raten erst einmal abzuwarten, denn häufig finden sich einzelne Elemente oder Pflanzen, die dem Garten Charme und Atmosphäre verleihen und vorteilhaft in die neue Planung integriert werden können. Nicht selten sind es schöne alte Gärten, die viele Jahre einen Dornröschenschlaf hielten und durch eine vorsichtige Erneuerung wieder zu neuem Leben erweckt werden können. Da heißt es dann erst einmal nachforschen, wie sie einmal ausgesehen haben.«

 

»Man sollte nie sagen: Ich kann entwerfen. Man muss wohl immer sagen: Ich will es versuchen.«
Gustav Lüttge auf einem Vortrag an der TH Hannover, 1965

 
Der Garten in Hamburg-Volksdorf stellt aus gartenhistorischer Sicht einen Glückfall dar. Er wurde 1962 von dem Hamburger Gartenarchitekten Gustav Lüttge entworfen. Rund um die Hansestadt trifft man bis heute auf Spuren seines Wirkens. Zu seinen Werken gehören der Alsterpark in Hamburg sowie viele Privatgärten. Die aktuellen Farbfotos und historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen: Die Entwürfe Lüttges haben bis heute nichts von ihrer Faszination und Aktualität verloren. Die heutigen Besitzer des Gartens übernahmen Haus und Garten bereits im Jahr 1972, also gerade einmal zehn Jahre nach seiner Fertigstellung. Sie pflegten die Anlage über mehr als drei Jahrzehnte im Sinne der Grundkonzeption. Bis heute sind Sie begeistert von dem künstlerischen Entwurf, dem Ineinandergreifen von Innen- und Außenraum und der Funktionalität der unterschiedlichen Gartenteile wie dem überdachten Sitzplatz, dem »Wohnrasen« – ein Begriff der sich in vielen Plänen Gustav Lüttges findet – dem Schwimmbadbereich oder dem von einer Pergola begleiteten Weg. Die hohe Anerkennung und ein Gefühl des »Sich-Wohlfühlens« begründet auch, dass die Besitzer nie an modische Veränderungen ihres Garten gedacht haben. In den 80er Jahren konnte der Garten durch Zukauf eines Nachbargrundstücks erweitert werden. Die Gestaltung des neu hinzugekommenen Gartenteils lag in der Hand des Gartenarchitekten Dietmar Hess, einem Schüler Gustav Lüttges. Er setzte dem formalen Hauptgarten einen völlig eigenständigen landschaftlich geprägten Gartenteil entgegen. Im gleichen Zuge wurden die Atrien am Hauseingang und am Esszimmer überarbeitet und mit einem Wasserspiel und Skulpturen ausgestattet. Im Laufe der Jahre mussten die Gartenbesitzer feststellen, dass die klaren Konturen des formalen Wohngartens trotz guter Pflege mehr und mehr verwischten: Bodenbeläge wiesen Unebenheiten auf und die Kantsteine der Staudenbeete hatten sich verschoben. Gravierend waren die Veränderungen in der Bepflanzung. Prägende Gehölze waren schon eingegangen, andere wiederum so stark gewachsen, dass sie Wege und Terrassen überwucherten. Da die Gartenbesitzer von der Grundgestaltung überzeugt waren, beschlossen sie im Jahr 2005, den von Gustav Lüttge gestalteten Gartenteil grundlegend instandsetzen zu lassen. Sie wandten sich mit ihrem Wunsch an das Büro Freiraumplanung Becker Nelson, welches wiederum aus dem Büro von Dietmar Hess hervorgegangen war. In der Folgezeit führte das Büro gemeinsam mit dem »Gärtner von Eden« Scharnweber umfassende Konservierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durch. So wurden die Kantsteine und Wege mit vorhandenem Altmaterial neu verlegt und dann in den alten Abmessungen wiederhergestellt, einige Gehölze ersetzt, ausgewachsene Pflanzungen wieder in Form gebracht und die Pergolen freigestellt.

 
Der moderne Wohngarten erstrahlt heute wieder in neuem Glanz. Wie die Gartenpläne von 1962 und 2005 zeigen, ist der Garten in dem für Gustav Lüttge so typischen additiven Stil angelegt. Er greift das im Stil der zweiten klassischen Moderne gestaltete Wohnhaus in Form, Größe und Farbigkeit auf. Den Baukörpern des Hauses, die Atrien bilden, sind einzelne Gartenräume zugeordnet. Die Quarzit-Bodenplatten im Wohninnenraum finden auch im Garten Verwendung und bodentiefe Glaswände schaffen Blickbeziehungen zwischen den Gartenteilen. Im Garten selbst greifen raumbildende Strukturen wie freistehende Wände, geradlinige Wege und Pergolen aus weiß gestrichenem Holz und schwarz lackiertem Metall die Form und Farbigkeit des Hauses wieder auf. Von der teilweise überdachten hausnahen Terrasse führt ein gerader, von üppigen Staudenbeeten gerahmter Weg unter einer mit Rosen berankten Pergola in den hinteren Gartenteil. Zwischen den einzelnen Elementen der Pergola öffnet sich der Blick fensterartig auf die weite Rasenfläche im Zentrum des Wohngartens. Im hinteren Gartenteil findet sich, ebenfalls durch eine Pergola abgetrennt, der separate Schwimmbadbereich. Die strengen Linien von Wegen, Terrassen und Beetbegrenzungen werden gebrochen durch die weichen, fließenden Formen der üppigen Bepflanzung aus Prachtstauden, Kletterrosen und Rhododendren. Der Garten zeigt viele Elemente, die sehr charakteristisch für die Entwürfe Gustav Lüttges sind. Dazu zählen neben flächigen Terrassen und geraden Wegeachsen die Pergolen, formale Wasserbecken und freistehende raumbegrenzende Mauern, die Erhöhung der Staudenrabatten durch Kantsteine oder niedrige Mauern sowie das Einbeziehen vorhandener Großgehölze. Hier war es eine alte mächtige Stiel-Eiche (Quercus robur), die in die Planung einbezogen wurde und bis heute den Mittelpunkt der großzügigen Rasenfläche bildet.

 

Ein guter Entwurf ist das Ergebnis eines langen kreativen Prozesses. Auch wenn sich bestimmte Elemente in den Entwürfen Gustav Lüttges – wie auch bei anderen Gestaltern – wiederholen, so war die Arbeit an jedem neuen Garten stets ein Ringen um den richtigen Entwurf. Die Gartenarchitektin Helga Luster, eine Schülerin von Gustav Lüttge, beschrieb seine Entwurfsarbeit einmal so: »Es war das ständige Bemühen zu spüren, nicht das Beste, sondern das Allerbeste aus einer Situation herauszuholen; das Ringen um eine Form, die immer einfacher, klarer und selbstverständlicher wurde.«

 
Im Jahr 1952 lernt Gustav Lüttge den Rhododendron-Züchter Dietrich G. Hobbie aus Linswege kennen. Lüttge war fasziniert von dem großen Reichtum an neuen Sorten. Es entstand die Idee in Hamburg einen Sichtungsgarten anzulegen, um die neuen Sorten auf Wuchsverhalten, Winterhärte, Blühwilligkeit, Farbe und Gesamthabitus zu testen. Die Hansestadt Hamburg stellte Gustav Lüttge zu diesem Zweck ein Gelände der »Amsinck’schen Keitwiese« in Hamburg-Lokstedt für dreißig Jahre zur Verfügung. Zugleich konnte Gustav Lüttge das angrenzende Grundstück erwerben. Im Frühjahr 1958 begann er mit der Anlage des Sichtungsgartens und des benachbarten Privatgartens. Dietrich Hobbie lieferte etwa 100 Jungpflanzen. Im Jahr 1962 begann Lüttge selbst Rhododendren zu züchten. Nach dem Tod Gustav Lüttges geriet der Garten in Vergessenheit. Gestaltungselemente wie die für Lüttge typische Pergola verfielen, Wege und Mauern wurden vom Wildwuchs überwuchert.

 
Im Jahr 2004 gründete sich der Verein »Freunde des Lüttge-Gartens in Hamburg Lockstedt e.V.« mit dem Ziel, über die Bedeutung des Gartens zu informieren und den Erhalt zu unterstützen. In den Folgejahren wurde der Bestand systematisch erfasst und erste Maßnahmen zur Sicherung vorgenommen. Dabei zeigte sich, dass in dem Sichtungsgarten noch heute mehr als 170 seltene Rhododendrensorten wachsen. Einige von ihnen sind nur noch hier zu finden. Im Rahmen von Veranstaltungen des Vereins ist der Garten wieder zu besichtigen.

 

Partner der Seite

 

 

 

Gärtner von Eden eG
Kaiserswerther Straße 113
40880 Ratingen
Tel: 02102 / 551390

info@gaertner-von-eden.de

http://www.gaertner-von-eden.de/

 

 

 

 

  DOWNLOAD

Diese Reportage können Sie hier als PDF-Dokument downloaden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planung:

Jörg Scharnweber

 

Baubeginn:

ab 2000 Fertigstellung: 2005 Grundfläche

 

Garten:

2.800 m2, davon 1.000 m2 historischer Teil
 

Anspruch:

Instandsetzung und Renovierung eines historischen Hausgartens Materialien: Granit-Platten, Granit-Kantsteine
 

Außergewöhnliches:

Entwurf von Gustav Lüttge, einem der wichtigsten deutschen Gartenarchitekten des 20. Jahrhunderts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte des Gartens

 

1962: Anlage des streng architektonischen Wohngartens mit Schwimmbad und Nebengebäude durch den Hamburger Gartenarchitekten Gustav Lüttge

1983-1984: Erweiterung des Gartnes, Anlage des landschaftlichen Gartenteils mit Wasserlauf am Gästehaus, Erneuerung der Zufahrt, Überarbeitung der Atrien am Hauseingang und am Esszimmer mit Wasserspiel und Außenplastiken durch den Gartenarchitekten Ernst- Dietmar Hess

2005: Erneuerung des historischen Gartenteils durch Freiraumplanung Becker Nelson

2007: Neuanlage eines  triums im Bereich des Gästehauses durch Freiraumplanung Becker Nelson

 

nächster Garten

  

 

 

 

aus: GartenEden 0109

 

 

 

 

 

»Die zahlreichen historischen Dokumente wie alte Fotos oder Pläne haben uns bei der Instandsetzung des Gartens wertvolle Informationen geliefert. Das Hamburgische Architekturarchiv stellte uns Fotos aus dem Nachlass von Gustav Lüttge zur Verfügung.«
(Jörg Scharnweber, Ing. Heinz Scharnweber Garten- und Landschaftsbau GmbH)

 

  

 

zur Startseite


Verwandte Themen:

 Gestaltungsideen

 Pflanzenwelt

 Gartengestaltung

 Möbel und Accessoires

 Terrasse & Balkon

 Gartenhaus, Zaun & Co.

 Wasser im Garten

 Licht im Garten

 Reiseziele Gartenkunst

 Service - Verandtaltungen, Gartenliteratur, Tipps & Co.