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Guerilla-Gardening mit Saatbomben

 

Schon einmal etwas von Guerilla-Gardening und Saatbomben gehört? Keine Angst, wir beschreiben hier keine Kriegshandlungen, trotz der martialischen Begriffe. Die Idee des Guerilla-Gärtnern hat ihre Wurzeln in den 70er-Jahren. Der Londoner Bürger Richard Reynolds rief damals eine Bewegung ins Leben, mit dem Ziel, in heimlichen Nacht-Aktionen öde Flächen, vor allem in Großstädten, auf ganz natürliche Weise zu verschönern. Die heimlich agierenden "Garten-Piraten" gibt es in dieser Form heute nicht mehr, die Idee hat jedoch überlebt. Das Guerilla-Gärtnern mauserte sich zu einer zivilen Bewegung, die verödete Landschaften durch Blumen wieder beleben möchte. Die Erdkugeln, gefüllt mit unterschiedlichen Samen ("Saatbomben"), bieten sogar Vorteile gegenüber der konventionellen Aussaat. In den Kugeln ist die Saat gut geschützt, es erfolgt weniger Verlust durch Wind, Regen, Vögel und Nagetiere, außerdem beinhalten die Bomben wichtige Nährstoffe, um ein schnelles und kräftiges Wachstum der Pflanzen zu ermöglichen. Grundsätzlich unterscheidet man heute zwischen zwei Formen des Guerilla-Gardenings: Bei Aktionen mit politischem Hintergrund versuchen Umweltaktivisten oder Globalisierungsgegner die Straßen zurückzuerobern. Bereits die Wahl der Pflanze kann eine politische Aussage implizieren. Die kämpferischen Naturschützer bringen dabei beispielsweise Samen von Dornbüschen auf Golfplätzen aus, um diese unbespielbar zu machen. Freilandversuche werden boykottiert, indem Wildblumen dazwischengesät werden. Sie kämpfen dabei gegen das Spießbürgertum und die zunehmende Verbreitung von Monokulturen.

Die zweite, gemäßigtere Gruppe, verfolgt eine moralische Ökonomie, wendet sich gegen die hiesige Agrarökonomie und möchte lebenswertere Städte gestalten.

Rechtliches
Auf dem eigenen Grundstück ist Guerilla-Gärtern natürlich erlaubt, ist aber meist nicht Ziel der Aktivisten. Werden die Pflanzen dagegen im öffentlichen Raum ausgebracht, handelt es sich um eine Straftat, denn niemand darf in das Eigentum eines anderen eingreifen. Normalerweise zeigen sich die Kommunen aber kulant, weil die Begrünung kaum als Beschädigung wahrgenommen werden kann. Oftmals begrüßen die Gemeinden sogar die Aktionen und werten sie als Aufforderung, selbst mehr für eine buntere Stadt zu tun.

Die Pflanzaktion
Guerilla-Gärtner vermeiden die Konfrontation mit den Behörden und führen ihre Aktionen, wie der Name schon sagt, heimlich aus. Dabei benutzen sie Saatbomben, auf die wir später näher eingehen werden. Die Samenkugeln werden auf Verkehrsinseln abgesetzt oder beim Wandern fallen gelassen. Graue Mauern werden mit Moosmilch bespritzt, das ist ein Gemisch aus Moos mit etwas Buttermilch, um den Beton zu begrünen.
Einige Naturschutzverbände bieten sogar Saatbomben zur Abholung an und werben offiziell mit der Begrünung brachliegender Flächen.

Saatbomben herstellen
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um sich Saatbomben zu beschaffen. Entweder ihr kauft sie im Internet (Google ist dein Freund) oder ihr stellt sie selber her. Wir erklären euch, wie ihr selbst Saatbomben herstellen könnt. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern macht auch noch Spaß.

Benötigt werden

  • Wasser

  • Eimer

  • torffreie Blumenerde

  • tonhaltiges Katzenstreu

  • Wildblumensamen

 

 

Anleitung

1. Den Eimer zur Hälfte mit Erde füllen. Katzenstreu im Verhältis 3:2 (Erde:Katzenstreu) hinzugeben. Achte darauf, dass der Eimer nicht bis zum Rand befüllt wird.

2. Für einen 10 Liter-Eimer gebe einen Handteller voll Samen von Wildblumen dazu. Jetzt gründlich durchmischen und so viel Wasser zugeben, bis keine klumpige Erde mehr vorhanden ist und die Masse sich wie Teig kneten lässt.
Eine reichhaltige Auswahl an Saatgut findest du auch im Internet, wie z.B. bei www.native-plants.de

3. Nimm jeweils eine kleine Hand voll Erde aus dem Eimer raus und forme eine Kugel damit, die jedoch nicht größer als ein Zweieurostück sein sollte. Mit einem Eiskugel-Portionierer kannst du schöne und gleich große Kugeln formen, die auch noch die richtige Größe haben.

4. Die Kugeln müssen jetzt richtig trocken werden. In der warmen Jahreszeit kannst du sie außerhalb des Hauses lagern, aber sie müssen schattig und überdacht liegen. Im Winter solltet ihr die Saatbomben im Haus trocknen, am besten im Keller, weil es dort warm und dunkel ist. Wenn die Bomben trocken sind, können sie ausgebracht werden, allerdings kann man sie im getrockneten Zustand auch Monate (dunkel) lagern.

Die beste Pflanzzeit ist zwischen Mai und August. Es bringt absolut nichts, die Kugeln im Winter auszubringen, die Samen würden nicht überleben. Achte ein bisschen auf günstige Wetterbedingungen. Es ist wenig ratsam, Saatbomben zu setzen, wenn eine vierwöchige Hitze- und Trockenperiode ansteht. Warmes Schauerwetter begünstigt dagegen den Keimungserfolg.

Die Kugeln müssen nicht in die Erde eingepflanzt werden, sondern können einfach an kahle Stellen geworfen oder an diesen abgesetzt werden. Achte darauf, dass an der Einpflanzstelle Erde vorhanden ist, damit deine Pflanzen gleich sprießen können. Kahle und graue Stellen können so begrünt werden. Du schaffst damit nicht nur einen Blickfang, sondern auch neuen Lebensraum für Insekten. Stelle vor der Ausbringung sicher, dess es kein Privatgrundstück ist und du niemanden damit provozierst. Achtung: In Naturschutzgebieten darfst du keine Saatbomben pflanzen, da sich dort die Natur ungestört entfalten soll. Hier ist es nicht nur sinnlos, Bomben zu werfen, sondern auch strafbar. Beachte generell, dass dir öffentliche Grundstücke nicht gehören und jede Ausbringung einer Saatbombe prinzipiell rechtswidrig ist - du musst dir dein Handeln also genau überlegen.

Verwende torffreie Erde, um unsere Moore zu schützen! In normaler Blumenerde sind bis zu 80% Torf enthalten. Dieser wird in Mooren abgebaut, die wiederum 1000 Jahre zur Entstehung brauchen. Mach diese Verschwendung nicht mit!

Zuletzt noch ein Tipp: Entdeckst du in deiner Stadt eine brachliegende Fläche, frage beim Bezirksamt nach, ob du sie mit Saatbomben verschönern und die Patenschaft dafür übernehmen kannst.