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Die elegant überhängenden Zweige der Kolkwitzie tragen im Juni unzählige rosaweiße Blütenglöckchen.
Die Schönfrucht beeindruckt im Herbst mit glänzendvioletten Beeren, die bis weit in den Winter hinein an den Zweigen bleiben.
Mitten im Winter überrascht der Winterjasmin mit strahlendgelben Blüten.
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Pflanzenschätze aus dem fernen China

 

Viele Pflanzen, die wie das Tränende Herz (Dicentra spectabilis) heute fester Bestandteil unserer Gartenkultur sind, kamen einst mit den Pflanzensammlern oder über internationale Handelsbeziehungen aus China. Die anmutige Staude mit den rosafarbenen Blütenherzen, aus denen, so scheint es, eine kleine weiße Träne tropft, hat die Menschen in ihrer neuen Heimat so begeistert, dass sie früher häufig in Bauerngärten gepflanzt wurde und bis heute aus vielen Gärten gar nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

Ginkgo biloba - lebendes Fossil
Auch andere hoch geschätzte Pflanzen, die in vielen mitteleuropäischen Gärten oder Parkanlagen wachsen, wurden einst aus China eingeführt. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Bambusarten und Gehölze wie der Ginkgo (Ginkgo biloba). Seine deutlich geaderten Blätter ähneln kleinen Fächern, die sich im Herbst leuchtend gelb färben. Sie sind so markant, dass sie zum Beispiel während des Jugendstils gerne als Ornament und Schmuckvorlage verwendet wurden. Goethe widmete diesem außergewöhnlichen Baum sogar ein Gedicht, das große Berühmtheit erlangte und so auch den Bekanntheitsgrad des Ginkgos steigerte. Genaugenommen ist der Ginkgo aus China wieder in seine Heimat zurück gekehrt, denn vor Millionen von Jahren wuchsen diese Bäume auch in Europa. Sie sind aber in diesem Teil der Welt während der Eiszeiten ausgestorben. Der Ginkgo gilt als außergewöhnlich robuster Baum. Er ist nicht nur sehr langlebig, sondern auch sehr widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und belasteter Großstadtluft. Diese große Widerstandsfähigkeit hat ihn in China zu einem Symbol für Energie und Lebenskraft gemacht. 

 

Der Ginkgo ist ein außergewöhnlicher Baum: Seine Blätter erinnern an kleine Fächer.

Blütenschmuck
Viele andere aus China stammende Pflanzen zeichnen sich – wie das Tränende Herz – durch wunderschöne Blüten aus: Die im Juni blühende Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) zum Beispiel ist ein robuster, zwei bis drei Meter hoher Strauch mit anmutigem Wuchs. Die elegant überhängenden Zweige tragen im Juni unzählige rosaweiße Glockenblüten, die einen angenehmen, zarten Duft verströmen und eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen sind. Eine andere interessante Pflanze aus China ist der Ranunkelstrauch (Kerria japonica), manchmal auch als Goldröschen bezeichnet. Er wurde nach dem englischen Pflanzensammler William Kerr benannt, der im Auftrag von Kew Gardens im Fernen Osten Pflanzen sammelte. Die Wildart stammt ursprünglich aus China, war aber auch in Japan verbreitet. Von April bis Mai trägt dieser etwa mannshohe Strauch auffallende, strahlend gelbe Schalenblüten.

Es gibt auch eine Sorte, die gefüllt blüht: Kerria japonica ‘Pleniflora‘ hat goldgelbe Blütenbüschel, die an Ranunkelblüten erinnern. Diese anspruchslosen Ziersträucher gedeihen sowohl auf sonnigen als auch auf schattigen Standorten. Trotz ihrer auffallenden Blüten und ihrer Pflegeleichtigkeit sind sie bisher wenig bekannt. Dabei fallen die zierlichen Ranunkelsträucher sogar im Winter auf, denn die schlanken Triebe sind glänzendgrün und nach dem herbstlichen Laubfall sehr zierend. Auch der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) kommt ursprünglich aus China. Mitten in der kalten Jahreszeit überrascht er mit leuchtend gelben Blüten.

 
Botanische Besonderheiten aus China
Die Schönfrucht (Callicarpa bodinieri ‘Profusion‘) ist ebenfalls eine außergewöhnliche Pflanze, die relativ wenig bekannt ist und deren Vorfahren aus China stammen. Sie beeindruckt im Herbst mit glänzendvioletten Beerenfrüchten. Die ungenießbaren, aber sehr dekorativen kleinen Beeren reifen ab Oktober und bleiben bis weit in den Winter an den Zweigen. Auch die Herbstfärbung der Schönfrucht fällt auf, denn die Blätter färben sich zum Ende der Gartensaison hellgelb bis orange. Bei manchen Pflanzen findet sich die Herkunft schon im botanischen Namen wieder wie beim Chinesischen Blauregen (Wisteria sinensis), einem wuchsfreudigen Kletterer mit langen, violettblauen Blütentrauben im Frühling, und dem Chinesischen Strahlengriffel (Actinidia chinensis), einer Kletterpflanze, deren Früchte die bekannten Kiwis sind. Auch die Chinesische Birke (Betula albosinensis) mit ihrer interessanten, in Streifen abrollenden Rinde und der goldgelben Herbstfärbung, sowie der Chinesische Blumenhartriegel (Cornus kousa var. chinensis), der dekorative weiße Hochblätter hat, tragen ihre Herkunft schon im Namen.

 
Die richtige Pflanze am richtigen Platz
Nicht immer sind die Besonderheiten einer Pflanze bereits beim Kauf zu erkennen und auch ihre Standortansprüche sind nicht immer klar. Um die richtigen Pflanzen zu finden und lange Freude an ihnen zu haben, ist es deshalb sinnvoll, sich bei der Auswahl im Gartencenter oder in der Baumschule beraten zu lassen. Auch wer seinen Garten neu anlegt oder umgestaltet, sollte dabei das Wissen von Experten nutzen. Die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau können außergewöhnliche Gehölze und Stauden so in die Gestaltung einbeziehen, dass sie möglichst gut zur Geltung kommen und an einem Standort stehen, der ihren Ansprüchen entspricht. So können neue Pflanzenschätze ihre Wirkung optimal entfalten und bereichern den Garten mit schönen Blüten, interessanten Blättern oder auffallendem Beerenschmuck. (BGL/PdM)

 

 

Die elegant überhängenden Zweige der Kolkwitzie tragen im Juni unzählige rosaweiße Blütenglöckchen. 

 

 

Leuchtende Blüten in der kalten Jahreszeit: Mitten im Winter überrascht der Winterjasmin mit strahlendgelben Blüten.

 

 

 

Außergewöhnlicher Fruchtschmuck: Die Schönfrucht beeindruckt im Herbst mit glänzendvioletten Beeren, die bis weit in den Winter hinein an den Zweigen bleiben. Die Blätter dieses interessanten Zierstrauches färben sich im Herbst hellgelb bis orange.

 

 

  

 

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