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Elfenblumen

 

Alles ist ein wenig geheimnisvoll um diese Staude, die tatsächlich ein echtes Schattendasein führt. Sie hat winzige Blüten, die nicht in üppiger Fülle erscheinen; Laub, das nur aus der Nähe seine zarte Schönheit offenbart und wird in den meisten Gartenformen kaum 30 Zentimeter hoch. Alles andere als eine prachtvolle Verlockung also. Vielleicht hat auch dieser Wesenszug der Elfenblumen (Epimedium) dazu beigetragen, dass sie immer etwas abseits des gärtnerischen Interesses stand. Selbst die großen Pflanzensammler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts haben die schönen Stauden aus der Familie der Sauerdorngewächse (Berberidaceae) bei den Exkursionen rund um den Himalaya achtlos am Wegesrand stehen gelassen, während seltener Blauer Scheinmohn (Meconopsis grandis), duftende Königslilie (Lilium regale) und Chinesischer Enzian (Gentiana sino-ornata) in der Farbe des Himmels gesammelt und nach Europa verschifft wurden.

 

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Vergessene Kleinode aus China


Eine der seltensten Elfenblumen aber wurde bereits 1858 entdeckt: Epimedium acuminatum, eine großblütige Art aus den chinesischen Provinzen Yunnan und Szechuan harrt dennoch weiterer Verbreitung und ist nur in einigen Spezialgärtnereien zu haben. Begehrenswert ist sie allemal wegen des gesprenkelten jundie mit ihren langen Spornen bis zu vier Zentimeter breit werden. Sie ist winterhart, treibt aber wie viele Epimedien früh aus und kann durch Spätfröste empfindlich geschädigt werden. Allerdings werden solche Rückschläge durch eine enorme Regenerationsfähigkeit bei allen Mitgliedern der Gattung schnell wieder wett gemacht.

Selten schön und wenig bekannt


Am Schicksal der Epimedien hat sich erstaunlicherweise auch im neuen Jahrundert wenig geändert. Irgendwie schaffen es diese Stauden immer wieder, sich dem Blick zu entziehen. Die Zahlen sprechen bedauerlicherweise für sich: Immerhin wurden drei Viertel der heute bekannten rund 40 Arten erst in den letzten dreißig Jahren entdeckt. In China, wo die meisten im Unterholz der luftfeuchten Wälder gedeihen, sind Elfenblumen schon länger begehrt – allerdings nicht wegen ihrer Blüten oder gar des Wertes als Gartenpflanze, sondern wegen der angeblichen potenzsteigernden Wirkung. Die englischsprachige Bezeichnung ‘horny goat weed’ deutet an, wie man sich nach dem Genuss des Wurzelextraktes fühlen mag. Gesammelt werden an Naturstandorten in China für diese auch in Europa und Amerika inzwischen beliebte Anti-Aging-Droge die Wurzelstöcke einer Reihe von Elfenblumen. Und anders als beim Nashorn, dessen angeblich ebenfalls das männliche Stehvermögen in gewissen Lebenslagen steigerndes Horn die Tiere an den Rand des Aussterbens brachte, scheinen die Wildbestände der Stauden noch unerschöpflich. Zudem bestätigen neuere Untersuchungen eine zumindest anregende Wirkungweise, während dem Horn des Dickhäuters allein der Glaube zur Wirkung verhelfen kann. Bei soviel greller Geschichte bleiben Elfenblumen namensgetreu zart und jungfräulich, auch wenn zumindest die neu eingeführten Arten bei Staudenfreunden für Herzklopfen und euphorische Zustände sorgen. So wie Epimedium sagittatum, dessen schmales immergrünes Laub ausgesprochen derb scheint, während die bis zu fünf Zentimeter messenden langspornigen Blüten von weiß nach kupfrig braun changieren, was einen aus der Ferne elfenbeinfarbenen Eindruck vermittelt. Es stammt aus Hubei und ist in China sehr bekannt – umso erstaunlicher ist, dass es bis heute kaum in Europa kultiviert wird.

Fragiler Aufbau für trickreiche Verlockung
Elfenblumen sind Stauden, bei denen man einfach genauer hinsehen muss, um sie zu verstehen. Der Blütenaufbau scheint zunächst überaus kompliziert und von architektonischer Schönheit, wobei er ausnahmslos von je zwei ziemlich rechtwinkling angeordneten Vierergruppen von Sepalen und Petalen bestimmt wird. Die auffallenden Sporne sind nicht bei allen Arten typisch und locken – wenn vorhanden – Nektar suchende Insekten ins Blüteninnere. Davon gibt es nämlich reichlich, wie man von anderen Mitgliedern der Berberidaceae weiß. Dass dies in erster Linie Gehölze sind, wie Berberitze (Berberis) und Mahonien (Mahonia), unterstreicht einmal mehr die Besonderheit der Epimedien.

Kostbare Kleinode aus dem Zauberwald
Unter diesen Zauberwesen den Pflanzenreichs gibt es Riesen und Winzlinge. Fast einen Meter hoch wird eine Unterart der beliebten Gartenform Epimedium grandiflorum. Die Subspezies koreanum ist dann auch das eine Extrem, während eine andere Unterart (ssp. higoense) nur 15 Zentimeter Höhe erreicht und den Variationsreichtum der Gattung zeigt. Die meisten Gartenformen erreichen 20 bis 35 Zentimeter Höhe und unter ihnen gibt es einige Juwelen. Zum Beispiel Epimedium x youngianum ‘Niveum’, deren braunrotes junges Laub ein wirkungsvoller Hintergrund für die auf haarfeinen Stängeln stehenden rein weißen Blüten ist. Diese Art ist nicht immergrün und benötigt unbedingt einen schattigen Platz, der vor austrocknenden Winden geschützt sein sollte. Sie ist eine Kreuzung aus dem robusten Epimedium grandiflorum mit der filigranen Art Epimedium diphyllum, die kaum in Kultur ist. Epimedium grandiflorum ist wegen der großen Blüten ein dankbarer Kreuzungspartner, der sich auch bei Epimedium x rubrum als Elternpflanze durchgesetzt hat. Der andere Elternteil ist die einzige in Europa heimische Art: Epimedium alpinum. Ihre Neigung zur Gruppenbildung paarte sich mit der Ausläuferbildung von Epimedium pinnatum ssp. colchicum aus aus dem Kaukasus in der immergrünen Kreuzung Epimedium x warleyense. Und damit ist das Reich der als Bodendecker im Schatten und Halbschatten verwendeten Elfenblumen auch schon betreten. ‘Orangekönigin’ ist eine reichblühende und nahezu unverwüstliche immergrüne Staude für die Fläche.

Wenig Aufwand für optimales Aussehen
Schwefelgelb leuchten die Blüten von Epimedium x perralchicum ‘Frohnleiten’, die noch stärker wächst. Vorteil dieser immergrünen und dichte Bestände bildenden Elfenblumen ist nicht nur das immergrüne Laub, sond auch eine erstaunliche Trockenhheitsresistenz in den Sommermonaten. Allerdings gilt das nur für eingewachsene Pflanzen; frisch gepflanzte Gruppen müssen im ersten Jahr bei Trockenheit regelmäßig gewässert werden, um das Wachstum der unterirdischen Rhizome zu fördern. So muss man nicht in Sorge sein, wenn im ersten Jahr über der Erdoberfläche wenig passiert. Im zweiten Jahr ist das Erstaunen über die sich nach und nach schließende dann groß. Entscheidend ist nur, dass wie bei allen Bodendeckern recht dicht gepflanzt wird. Bei den robusten Epimedien-Arten sollten 12 Exemplare auf den Quadratmeter Fläche verteilt werden. Sie kommen auch mit schwereren Lehmböden gut zurecht, während die anderen Arten wegen des feinen Wurzelwerks lockere und humose Böden mögen, die den natürlichen Standortbedingungen in Wäldern ensprechen, wo Falllaub eine nahrhafte Humusauflage bildet. Das eigene Laub der immergrünen Stauden sollte im späten Winter bodennah abgeschnitten werden. Dann kann sich neues Laub gut entwickeln; Bis Anfang März sollte diese Arbeit geschehen sein, da die zeitig erscheinenden Neuaustriebe sonst Schaden nehmen. Was den Boden betrifft, sind viele Arten und Sorten recht tolerant, einzig Epimedium grandiflorum mag sauren Boden und quittiert abweichende pH-Werte mit Kümmerwuchs bis völligem Verschwinden innerhalb weniger Jahre.

Zarte Wesen mit starken Eigenschaften
Was die Qualitäten der Elfenblumen betrifft, zeichnen sie sich auch durch eine Anpassungsfähigkeit an ihre Nachbarn aus. Hier erweist sich die Unscheinbarkeit in Laub und Blüte eigentlich als echter Vorteil. Gerade das matt glänzende Laub der immergrünen Formen ist eine schöne Basis für Gehölze, die im Winter durch auffallende Rindenfärbungen begeistern. Immergrüne Formehölze kommen in der Bodendecke zur Geltung. Epimedien eignen sich für naturnah gestaltete Schattengarten-Partien wie für formale Gestaltungskonzepte.

An der Schwelle zu neuen Ideen
Unter den Stauden harmonieren sie mit vielen Pflanzen, die an ähnliche Lichtverhältnisse angepasst sind. In Flächen mit Epimedium können größere Hosta in Dreiergruppen oder als Einzelstück gepflanzt werden. Entweder Ton in Ton mit großen grünblättrigen Sorten wie ‘Jade Cascade’ (sehr schöner skulpturaler Wuchs) oder der noch größeren und überhängenden ‘Green Acres’. Oder aber mit kontrastierenden buntblättrigen Sorten wie der vasenförmig aufgebauten ‘Sagae’ (auch als ‘Fluctuans Variegata’ im Handel) und blauen Riesen wie ‘Snowden’ oder ‘Big Daddy’. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt und vielleicht verführen Epimedien auch dazu, sich näher mit der Welt der Schattenstauden zu beschäftigen. Denn hier gibt es noch viel mehr fabelhafte Pflanzengestalten zu entdecken. Schlagen Sie mal unter Anemonopsis macrophylla oder Kirengeshoma palmata nach! Nie gehört? Dann wird es aber Zeit …

 

aus: GartenEden Magazin

 

GartenEden Magazin

 

  

 

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