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Pfingstrosen

 

Nur wenige Pflanzen der Alten Welt können von Natur aus so große Blüten bieten wie die Päonien. Zu einer Zeit, da die riesigen und üppig gefüllten Rosenblüten noch unbekannt waren, boten die hierzulande als Pfingstrosen bekannten Stauden bereits jenen Luxus, der Gartenfreunde noch heute so verzaubert. Bereits in der Antike waren die langlebigen Stauden hoch geschätzt. Plinius der Ältere erwähnt sie in seiner Historia Naturalis aus dem ersten Jahrhundert. Dort unterscheidet er zwei Formen, nämlich eine weibliche und eine männliche Pflanze. Vermutlich waren damit die im Mittelmeerraum verbreiteten Arten Paeonia officinalis und Paeonia mascula gemeint. Da Plinius’Werk bis ins Hochmittelalter ein Standard der Naturgeschichte war, hielt sich das Wissen um die besonderen Wirkungen der Päonien lange. Über Jahrhunderte bewunderte man weniger die recht großen Blüten der Wildarten, sondern die Heilkraft ihrer Wurzeln, Samen und Blätter. Plinius empfahl 15 Samen in rotem Wein zur Behandlung von Frauenleiden ebenso wie zum Kurieren von Magenschmerzen.

 

 

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Päonien machen gesund


Davon unabhängig werden besonders in China die Wurzeln verschiedener Arten seit Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken genutzt, was den Wildvorkommen natürlich erheblich schadet. Tatsächlich ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass das in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzte Mu Dan Pi (Moutan Radicis Cortex) – die Rinde der Wurzeln der Strauchpäonie – antibakterielle Wirkung auf Coli-Bakterien und andere Erreger hat und in der Lage ist, unter anderem allergischen Schnupfen und rheumatische Schwellungen zu lindern. Aber die Päonien wären nicht jene faszinierenden Pflanzengestalten, wenn sich nicht auch ganz andere Geschichten um sie ranken würden: Die heute in erster Linie kultivierten Sorten der Chinesischen Päonie (Paeonia lactiflora) waren einst sogar als Duftwässerchen der Damen liebstes Kind. Die noch heute existierende Firma Kelways in England gehörte im späten 19. Jahrhundert zu den größten Züchtungsbetrieben von Päonien in Europa und Amerika und brachte um 1930 sogar ein Parfum mit dem Namen »Paeony Valley« heraus. Es wurde gerne als Erinnerung an einen Besuch im gleichnamigen Schaugarten erworben, der alljährlich Tausende von Besuchern nach Langport in der Grafschaft Somerset zog. Immerhin waren die Päonien so außergewöhnlich, dass man sie vor gut 70 Jahren aus der großen Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) in eine eigene Familie einreihte. Und irgendwie scheint es auch sehr passend, dass die aristokratischen Stauden und kleinen Gehölze nun in der Familie Paeoniaceae unter sich sind.

Eine aus Tausenden


Allerdings ist die Zahl der Sorten riesig. Bei Paeonia lactiflora sind es inzwischen Tausende. Hier die richtigen Pflanzen für den eigenen Garten auszuwählen ist schwierig. Nicht immer sind die bekanntesten Sorten auch wirklich die besten. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf genau überlegen, worauf man Wert legt. Natürlich spielt die Farbe der Blüten meistens eine wichtige Rolle. Von Weiß über cremegelb bis zu Rosa und Rotviolett in allen erdenklichen Spielarten reicht die Palette der Lactiflora-Sorten. Reines Rot und Blau kommen nicht vor. Die Farben sind immer sehr leuchtend, was mit der seidig wirkenden Oberfläche der Blütenblätter zusammenhängt. Auch in der Form sind einige Varianten zu beobachten: Von der einfachen Schalenblüte mit vielen gelben Staubgefäßen über halbgefüllte bis zu ganz dicht gefüllten Blüten reicht das Spektrum. Gesucht sind aber auch Sonderformen wie die Japanische Blüte, bei der sich aus einem Kranz großer Blütenblätter in der Mitte ein Pompon aus umgebildeten Staubgefäßen (Antheren) erhebt. Eine der beliebtesten dieser Sorten ist ‘Bowl of Beauty’. Ein Blütendurchmesser von 15 bis 20 Zentimetern ist bei den herrlichen Kultivaren bei guter Ernährung keine Seltenheit. Von diesem Reichtum der Staudenpäonien war vor zweihundert Jahren kaum etwas zu ahnen. Während die Strauchpäonien in China bereits seit Hundertern von Jahren züchterisch bearbeitet wurden und zu den Lieblingen der Kaiser zählten, ist die Züchtung mit Staudenpäonien ein vergleichsweise junger Zweig der hohen Kunst der Pflanzenkreation. Als 1808 die ersten großblütigen Paeonia lactiflora-Exemplare in England eingeführt wurden, erweckten sie schnell das Interesse der Gesellschaft. In Frankreich war Nicholas Lemon einer der ersten Schöpfer gefüllter Formen. Seine rosafarbene Sorte ‘Edulis Superba’ (1824) gehört noch heute zu den besten, bis einen knappen Meter hohen Sorten und wird auch in größerem Umfang zur Schnittblumengewinnung angebaut. Felix Crousse widmete sich eine Generation später der spannenden Aufgabe, die herrliche Gattung weiter dem Zeitgeschmack anzupassen. Seine erfolgreiche Gärtnerei wurde dann 1849 von Victor Lemoine gekauft, der unter anderem die berühmte und heute wohl häufigste hellrosa Sorte ‘Sarah Bernhardt’ (1906) schuf. Diese große Dame betritt heute noch mit duftenden Riesenblüten die Gartenbühne und macht damit der Namenspatronin alle Ehre. Das geht allerdings soweit, dass auch sie sich gerne verbeugt: Sie Stiele sind leider meistens zu schwach, um die schweren Blüten zu tragen. ‘Sarah Bernhardt’ kommt wesentlich attraktiver daher, wenn man die Blüten einzeln mit Bambusstäben stützt. Die oft verwendeten Staudenstützen sollten für Päonien eigentlich verboten werden, da die feinen Stauden in ihnen meistens wie in einer Zwangsjacke wirken und nur den jämmerlichen Abglanz ihrer wahren Schönheit bieten können. Nach Lemoine, der auch die verwandte Paeonia wittmanniana, eine Schönheit mit milchweißen einfachen Blüten, einkreuzte, begannen andere Züchter, weitere Wildarten in der Hybridisierung zu verwenden. In England dominiert das berühmte Haus Kelways noch heute den Markt; in Amerika gelang Arthur Percy Saunders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Durchbruch zu neuen Farben und extrem haltbaren Blüten. Obwohl seine Sorten in Deutschland kaum bekannt sind, ist Saunders Arbeit ohne Zweifel der wichtigste Beitrag zur Entwicklung erstklassiger Gartenpäonien.

Leicht zu pflegen


Staudenpäonien sind trotz ihrer exklusiven Erfolgsstory aber unkompliziert geblieben. Sie wollen lockeren und nahrhaften Gartenboden ohne Staunässe. Mehr als fünf Zentimeter Decke über den Knospen möchten sie nicht; zu tiefes Pflanzen ist oft der Grund für eine ausbleibende Blüte. Die langen Wurzeln der Päonien sollten bei der Pflanzung niemals gebogen oder in ein zu flaches Pflanzloch gestopft werden. Sie brauchen ein wenig Freiraum und sind darin den Rosen ganz ähnlich. Ein Platz in der vollen Sonne ist am besten, hier zeigen viele Sorten auch eine gute Herbstfärbung des Laubes. Schon eine einzige Staude lässt den Charme einer vergangenen Epoche zur Blütezeit im Mai und Juni aufleben. Man muss nicht gleich eine 120 Meter lange Pfingstrosen-Rabatte wie im englischen Penshurst Place anlegen.

 

aus: GartenEden Magazin

 

GartenEden Magazin

http://www.garteneden.de

 

 

 

 

  

 

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