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| Botanischer Volkspark Blankenfelde | |||
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Am nördlichen Berliner Stadtrand, eingebettet in die eiszeitlich bewegte Landschaft des Barnim, liegt der 34 Hektar große Botanische Volkspark Blankenfelde. Das Areal bietet ein abwechslungsreiches Zusammenspiel aus Natur- und Kulturlandschaft.
„Audienz bei der Königin der Nacht“
Zentrale Attraktion sind die beiden 12 Meter hohen Hochgewächshäuser, die im Jahr 2010 nach einer umfassenden Sanierung wiedereröffnet wurden. Das Gewächshaus-Duo aus „Palmen-“ und „Kakteenturm“ beherbergt empfindliche tropische Pflanzen, darunter den Schlangenkaktus, der in einer Sommernacht im Juni oder Juli für ein paar kurze Stunden aufblüht. Die exotische Blüte ist der jährliche Höhepunkt, eine „Audienz bei der Königin der Nacht“ lockt viele Besucher in den ansonsten eher einsamen Botanischen Garten.
Schulgarten und „Geologische Wand“
Dabei ist der Park ein vielgestaltiges Gartendenkmal, das einen Besuch an die nördliche Peripherie lohnend macht. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1909 zurück, als der kurz darauf als Berliner Gartenbaudirektor berufene Albert Brodersen (1857-1930) auf einem ehemaligen Rieselfeld den größten Schulgarten Europas anlegen ließ. Der pädagogische Anspruch zeigt sich in der Vielfalt der Gestaltung, die viel Raum für Naturerlebnis und -vermittlung bietet.
Seit dieser Zeit befindet sich die „Geologische Wand“ in Blankenfelde, die einst aus dem Humboldthain hier her versetzt wurde und anschaulich auf einer Länge von 50 Metern und 2,5 Metern Höhe die mitteleuropäische Erdkruste und ihre verschiedenen Gesteinsarten im gemauerten Modell abbildet. Sie ist vielleicht keine eingängige Attraktion, doch ist sie in ihrer Art wohl einmalig in Europa.
Ein Spaziergang durch Natur und Kultur
Von der Blankenfelder Chaussee aus erreicht der Besucher entlang farbenfroher Beete und kleiner Gartenbereiche wie Stauden,- Wasser- und Steingarten die Schaugewächshäuser. Der Weg führt weiter in das allmählich naturräumlicher werdende Parkgelände. In einer Senke entdeckt der Besucher einen fast zugewachsenen kleinen See, der von einem romantisch verwilderten Waldstück aus Buchen, Ahornen und in Ufernähe von alten gewundenen Weiden und aufrechten Schwarzerlen umgeben ist. Hier, wo die Wege kaum mehr kenntlich sind, fühlt man sich fern der Metropole in einer europäischen Urlandschaft mit Naturlehrpfad.
Wieder zurückkehrend, schließt sich eine kleinteilig gegliederte Kulturlandschaft an, mit kleinen Feldern, Äckern und märkischen Apfelbaumalleen. Hier befindet auch das Tiergehege, dessen Vierbeiner auch in der Winterzeit Kinder und Eltern begeistert.
Aufbruch eines Gartendenkmals in die Zukunft
Nach der Berliner Teilung sollte aus dem ehemaligen Haupt-Schulgarten das Pendant zum West-Berliner Botanischen Garten werden. In den Siebziger Jahren von der Humboldt-Universität übernommen, sollte der Park zum Botanischen Garten der Hauptstadt der DDR umgebaut werden. Zentral für diese Planungen waren hier die Parkbereiche des Arboretums, wo Bäume verschiedener Erdteile gepflanzt wurden. Die politische Wende machte die DDR-Planungen obsolet.
Zukünftig soll der seit den Neunziger Jahren genannte „Botanische Volkspark“ in die Verantwortung der stadteigenen Grün Berlin GmbH überführt werden, die bereits den Britzer Garten, den Erholungspark Marzahn und das Schöneberger Südgelände betreut. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass das Gartendenkmal aus dem Schatten der Vergessenheit tritt. Spätestens nach der Sanierung der Hochgewächshäuser gehört das Areal zu den interessantesten Parks in Berlin. |
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