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Die Freundschaftsinsel in Potsdam

 

Wer vom Potdamer Hauptbahnhof die wenigen hundert Meter über die Lange Brücke zur historischen Altstadt geht, der kommt an einem besonderen Potsdamer Gartenkleinod vorbei, das zu den bedeutendsten deutschen Gartenkunstwerken des 20. Jahrhunderts zählt.

 

Die Lange Brücke überspannt die beiden Havelarme „Alte Fahrt“ und „Neue Fahrt“, dazwischen liegt die längliche, nicht sehr große Freundschaftsinsel. Der Park bietet mit seinen prachtvollen Staudenpflanzungen eine farbenfrohe Abwechslung zu den großen Parks des 18. und 19. Jahrhunderts in Potsdam.

 

Ideengeber Karl Foerster

 

Die wechselvolle Geschichte des Gartens spiegelt den Enthusiasmus und die Überzeugungskraft Karl Foersters wieder: Die Freundschaftsinsel wurde nach der Idee Karl Foersters (1874-1970) als Sichtungs- und Schaugarten für winterharte Stauden, Farne und Gräser im Jahre 1941 eröffnet. Der Gartenarchitekt Hermann Mattern (1902-1971) plante den Garten, der Staudenspezialist Hermann Göritz (1902-1998) traf die Pflanzenausahl. Beide gehörten dem „Bornimer Kreis“ an, einer Gruppe von Künstlern, Architekten und Gärtnern um den Potsdamer Pflanzenzüchter und Gartenphilosophen Karl Foerster, welche ab 1927 die Pflanzenverwendung des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflussten. Näheres zu Karl Foerster ist auf der Seite „Schaugarten Karl Foersters in Bornim“ nachzulesen.

 

Ein Gartenspaziergang

 

Von der Langen Brücke aus gelangt man über eine große Wiese zu den beiden Torhäusern des Gartens aus den dreißiger Jahren. Im Garten angekommen, bildet der Rosengarten den Auftakt einer vielfältigen, detailreichen Gesamtanlge. Der Rosengarten, gestaltet im Stile der 70er Jahre, präsentiert Rosenzüchtungen aus DDR-Tagen, die andernorts längst verschwunden sind. Der Inselrundgang führt den Besucher zur großen Pergola, ebenfalls aus den dreißiger Jahrer, die entlang der "Alten Fahrt" vielen blühenden Kletterrosen und Clematis-Arten Halt gibt. Parallel zur Pergola erstreckt sich die Wasserachse, ein langgezogener Wassergarten mit vier sprudelnden Fontänen. Trittsteine über dem Wasser ermöglichen dem Besucher ganz dicht an die Teichpflanzen heranzutreten. Über die Brückchen gelangt man in den Bereich der Staudengärten. Alle Pflanzen im Garten sind systematisch mit Schildern markiert. Viele Bereiche sind im Sinne Foersters nach den sieben Gartenjahreszeiten eingeteilt.

 

Wohl kaum eine Pflanze ist so eng mit dem Namen Foerster verbunden wie der Rittersporn. Ein großes Blumenbeet zeugt von der Liebe des Pflanzenzüchters zu dieser blauen Gartenkönigin. Im hinteren Teil der Insel befindet sich die Freiluftbühne und ein Aussichtspunkt an der Inselspitze, wo sich der Blick über das Wasser zum Flatowturm auftut, der weithin sichtbar den Babelsberger Schlosspark markiert. Auf dem Rückweg kommt man am Foerster-Denkmal vorbei. Auf einer Skulptur, die einer Flamme nachempfunden ist, steht das berühmte Bonmot Foersters:

 

Wer Träume verwirklichen will, muss wacher sein und tiefer träumen als andere.

 

Zerstörung im 2. Weltkrieg

 

Der Garten wurde im April 1945 durch ein Bombardement, dem auch die historische Altstadt Potsdams zum Opfer fiel, fast vollständig zerstört. In den schweren Nachkriegsjahren nutzte man das Gelände zur Nahrungsmittelproduktion.

 

Neuanfang durch Karl Foerster

 

Wiederum durch Foersters Anregung gab es 1953 einen Neuanfang als systematischer Schau- und Sichtungsgarten. Der Gartenarchitekt Walter Funcke (1907-1987) zeichnete sich für die Gartenplanung verantwortlich, Hermann Göritz übernahm erneut die Pflanzenauswahl. Während der DDR-Zeit kamen gastronomische Einrichtungen, sowie ein Ausstellungspavillion hinzu. Über 20 Bronzeskulpturen fanden ihren Platz auf der Freundschaftsinsel. Seit 1977 ist die Freundschaftsinsel in die Denkmalliste eingetragen.

 

Restaurierung zur Bundesgartenschau

 

In den unruhigen Jahren der Nachwendezeit kam es zum Niedergang des Gartens, der im Zuge der Bundesgartenschau ab 1996 gestoppt werden konnte. Die Torhausanlage wurde wieder ergänzt, störende Einbauten entfernt und die drei wichtigen Gestaltungsphasen des Gartendenkmals herausgearbeitet. Heute erstrahlt die Freunschaftsinsel im frischen Glanz.

 

 

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