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| Der Große Tiergarten | |||
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In Berlin kommt man um den Großen Tiergarten nicht herum. Wegen seiner enormen Fläche von über 200 Hektar und seiner innerstädtischen Lage wird er oft mit dem New Yorker Central Park und dem Londonder Hyde Park verglichen. Aber nicht nur seine Ausmaße machen ihn attraktiv, es sind vielmehr die architektonischen und kulturellen Höhepunkte, die sich an seinen Randbereichen aneinanderreihen: Kanzleramt, Reichsstag, Sowjetisches Ehrenmal, Brandenburger Tor, Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Potsdamer Platz, Philharmonie, Berliner Zoo, Kongresshalle, Schloss Bellevue und in der Parkmitte als weithin sichtbare Landmarke, die Siegessäule.
Von der Aussichtsplattform des 67 Meter hohen Denkmals hat der Besucher einen grandiosen Blick über den Tiergarten. Die Siegessäule steht in der Mitte des Großen Sterns, an dem fünf wichtige Verkehrsadern zusammenführen.
Historischer Überblick
Der Große Stern wurde um 1700 angelegt, als der erste preußische König, Friedrich I. (1657-1713), einen Verbindungsweg vom neu errichteten Charlottenburger Schloss durch das bisher als eingezäuntes Jagdrevier genutzte Areal bis zum Brandenburger Tor führen ließ. Der Nachfolder Friedrich I., Friedrich der Große (1712-1786), hegte kein Interesse an der Jagd und engagierte 1742 Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753), das Areal als Lustpark für die Bevölkerung im Stil der Zeit, dem Barock, umzugestalten.
Umgestaltung durch Peter Joseph Lenné
Unter der Regierung Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) wurde der Große Tiergarten ab 1833 durch Peter Joseph Lenné (1789-1866) unter Beibehaltung der barocken Alleen und Plätze im englischen Landschaftsstil dem neuen Zeitgeschmack angepasst. Neue geschwungene Spazierwege führten nun durch eine wohlinszenierte Parklandschaft vorbei an kleinen Seen und Baumgruppen, durch offene Wiesenräume und romantische Waldpartien.
Krieg und Verwüstung
Bis zum Ende der Weimarer Republik blieb die Anlage weitgehend in ihrer Lennéschen Planung unangestastet, die für ihre Synthese aus landschaftlichen und barocken Stilelementen berühmt war. Die neuen nationalsozialistischen Machthaber verbreiterten die ehemalige Charlottenburger Chaussee zur brachialen Ost-West-Achse, versezten die Siegessäule vom Reichstag zum Großen Stern und brachen einen Krieg vom Zaun, durch dessen Verlauf und Folgen nur noch 700 Bäume von ehemals geschätzten 200 000 übrig bleiben sollten.
Neuanfang nach dem Krieg
Weite Teile des verwüsteten Parks wurden nach dem Krieg parzelliert, um Nahrungsmittel für die ausgehungerte Bevölkerung anzubauen. Die Neugestaltung nach dem Krieg nahm das historische Grundgerüst zwar auf, eine naturnahe Parklandschaft hatte jedoch den Vorrang gegenüber der Lennéschen Inszenierung von Landschaft. Die Wende katapultierte den Großen Tiergarten aus seiner geografischen Randlage Westberlins zurück in das Zentrum der wiedervereinten Stadt. Die Gartendenkmalpflege konnte in den letzten 20 Jahren Teile des Lennéschen Tiergartens wiedergewinnen.
Besonders sehenswert sind die gärtnerischen Bereiche des Tiergartens, allen voran die Schmuckanlage der Luiseninsel, der Rosengarten und der Englische Garten am Schloss Bellevue. Außerdem sind viele Denkmäler aus dem 19. Jahrhundert erhalten, wie das ungewöhnlich verspielte Komponistendenkmal, das den Besucher frisch renoviert überrascht. Die Berliner lieben den Tiergarten ebenso wie die Touristen, die im grünen Herzen der Stadt Erholung finden.
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