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| Der jüdische Friedhof in Weißensee | |||
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Berlin besitzt eine einzigartige Friedhofskultur. Die Gesamtfläche der über 200 Friedhöfe der Stadt übersteigt das dreifache der Fläche des Tiergartens. Von den vielen sehenswerten Begräbnisstätten ist der jüdische Friedhof in Weißensee eine der schönsten. Der Gottesacker ist mit seinen 42 Hektar der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas. Beeindruckend manifestiert sich hier das kulturelle Gedächtnis der Stadt und der jüdischen Kultur in Berlin. In Weißensee finden 115 000 Grabstellen Platz, die eindringlich die Blüte der jüdischen Gemeinde zwischen 1880 und 1933 dokumentieren, sowie deren Niedergang während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Am Haupteingang befindet sich die von Hugo Licht errichtete Trauerhalle im Stile der italienischen Neorenaissance. Dahinter schließt das Gräberfeld an. Ein Wald ist zwischen den Gräbern herangewachsen, Efeu umrankt Bäume und Steine.
Blütezeit der jüdischen Gemeinde in Berlin
Eröffnet wurde der jüdische Friedhof im Jahr 1880, nachdem ein Vorgänger zu klein geworden war. Das erstarkte Selbstbewusstsein und der Aufstieg vieler wohlhabender Berliner Juden in die bürgerliche Gesellschaft des Kaiserreiches lässt sich an den unzähligen monumentalen Grabmalen ablesen. Ein mit einer hohen Kalksteinmauer umgrenztes Areal ehrt die Gefallenen Berliner Juden des Ersten Weltkrieges. Von den an Kriegsfolgen verstorbenen Berliner Juden liegen über 500 in Weißensee begraben.
Niedergang während der NS-Zeit
Ein Mahnmal am Haupteingang gedenkt der über 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, die zwischen 1933 und 1945 durch das NS-Regime ermordet wurden. Von den ehemals 160.000 Berliner Juden kamen mehr als 53.000 im Holocaust ums Leben. Allein 2000 Menschen liegen hier begraben, die sich während der NS-Diktatur selbst das Leben nahmen. Die meisten Überlebenden sind ausgewandert. Trotz dieses Exodus gehört jüdisches Leben wieder zum Berliner Alltag und der Friedhof erfüllt bis heute seinen ursprünglichen Zweck.
Berühmte Persönlichkeiten
Viele berühmte Berliner fanden auf dem Friedhof in Weißensee ihre letzte Ruhestätte, so der Schriftsteller Stefan Heym (1913-2001), der Hotelier Berthold Kempinski (1843-1910), der Verleger Rudolf Mosse (1843.1920), der Warenhausgründer Hermann Tietz (1837-1907) oder der Journalist Theodor Wolf (1868-1943).
Ludwig Mies van der Rohe gestaltete das Grab von Albert Mendel, das in der Mitte der rechten Seite abgebildet ist.
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