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| Künstlergarten Max Liebermann | |||
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Max Liebermann gilt als einer der bedeutendsten Impressionisten Deutschlands. 1847 geboren, prägte er als scharfer Kritiker der wilhelminisch-akademischen Kunstauffassung die künstlerischen Reformbewegungen der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg. Er war 1898 Mitbegründer der Berliner Sezession, deren Vorsitz er wenig später übernahm. Noch vor dem ersten Weltkrieg kam es zur Spaltung der Sezession, da neue Kunstströmungen wie der Expressionismus Liebermanns künstlerische Positionen in Frage stellten. Der negative Verlauf des Ersten Weltkrieges erschütterte den zu anfangs kriegsbegeisterten Maler. Auch konnte er seine seit Jahrzehnten geliebten Sommeraufenthalte in Holland im Krieg nicht mehr weiterführen.
Gartenreformbewegung
Sein 1910 erbautes Landhaus mit Garten am Wannsee war von nun an sein ausschließliches Sommerdomizil und wurde das malerische Sujet seines Alterswerkes. Der Architekt Paul Otto Baumgarten, Schüler Alfred Messels, plante die zurückhaltend gestaltete Villa. Alfred Lichtwark, Freund Liebermanns und Direktor der Hamburger Kunsthalle, gestaltete in intensiver Diskussion mit dem Maler die Gartenanlage.
Alfred Lichtwark und Max Liebermann
Lichtwark war Anhänger der Gartenreformbewegung, die eine Erneuerung der bestehenden Gartenpraxis einforderte. Immer noch prägte der Stil des englischen Landschaftsgartens die meisten Hausgärten, deren Konzepte gedankenlos auch auf kleine Gärten übertragen wurden.
Der Gartenraum
Der Garten ist etwa 200 Meter lang und 35 Meter breit. In der Mitte teilt das Wohnhaus den Garten in zwei Teile. Der dem See abgewandte Gartenbereich beherbergt Nutzgarten und Bauerngarten. Ein Gärtnerhaus bildet hier den Bezugspunkt. Die Eingangsvorplatz wird vom Bauerngarten durch eine Lindenhochhecke abgegrenzt.
Der zum Wannsee leicht abfallende Teil des Gartens hat eine Terrasse zum Auftakt, dem sich ein Beetparterre anschließt. Eine große Rasenfläche leitet den Blick zum Wannsee und zum gegenüberliegenden Ufer.
Der berühmte Birkenweg zeigt die Auffassung, architektonische Elemente und freie Formen zu vereinen. Ein schmaler Kiesweg zwischen Haus und Wannsee führt geradewegs durch einen kleinen Birkenhain, einzelne Baumstämme verbleiben direkt auf dem Weg.
Das Refugium am Wannsee
Der Garten dient dem zurückgezogenen Maler zunehmend als Refugium und Gegenpol zur gesellschaftlichen Realität. Seine impressionistische Malerei zeigt die Form- und Farbenvielfalt der Natur, die er aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln seines Gartens in den Bildern verarbeitet.
Vertreibung aus dem Gartenparadies
1920 zwar noch als Präsident der Preußischen Akademie der Künste berufen, zeigten antisemitische Anfeindungen bereits den Weg zur verheerenden Herrschaft der Nationalsozialisten.
Nach dem Krieg
Nach dem Krieg dient das Gebäude weiterhin als Krankenhaus. In den 70er Jahren zieht ein Wassersportclub ein, bis die Max-Liebermann-Gesellschaft Garten und Haus 2002 übernimmt. Seitdem wurde der Garten vorbildlich rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Haus befindet sich eine Dokumentation zum Leben und Schaffen Liebermanns.
Der Liebermann Garten erstrahlt wieder im gediegenen Glanz des frühen 20. Jahrhunderts, nachdem zwischenzeitlich nur noch klägliche Reste davon kündeten. Der Garten ist ein Höhepunkt der Berlin-Potsdamer Gartenkunstwerke.
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