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Der Landhausgarten Fränkel

 

Auf der Hangkante der Havel mit Blick zur Insel Schwanenwerder liegt der eindrucksvolle Landhausgarten des Bankdirektors Dr. Fränkel. Besonders attraktiv ist die Fahrt nach Kladow über das Wasser mit der BVG-Fähre vom S-Bahnhof Berlin-Wannsee aus. An der Kladower Anlegestelle angekommen, gelangt der Besucher nach einem kurzen Havel-Spaziergang zum Gartendenkmal, das der ehemalige Berliner Gartendirektor Erwin Barth (1880-1933) in den Jahren 1925-1930 anlegte.

 

Dr. Fränkels Sommerfrische

 

Die Landhausbewegung entdeckte das abgelegene aber landschaftlich überaus reizvoll gelegene Dorf Kladow am Ende des 19. Jahrhunderts. Villen und Sommerhäuser entstanden. Der jüdische Bankier Dr. Fränkel erwarb hier in den 1920er Jahren ein großes Grundstück mit Sommerhaus am Schwemmhorn und engagierte Erwin Barth für die Umgestaltung des Gartens. Der Gartendirektor und Hochschullehrer prägte das moderne Berlin bis zum Ende der Weimarer Republik. Zahlreiche Parks und öffentliche Plätze stammen aus seiner planenden Feder.

 

Erwin Barths Entwurf

 

Barth schuf in Kladow eine vielgestaltige Gartenanlage mit architektonischen Bereichen in Hausnähe und landschaftlichen Partien in den Randbereichen. Die architektonische Gestaltung spiegelt den Geschmack der Zeit wider. Der architektonische Garten setzte sich um 1908 in Deutschland durch. Der Garten wurde als Erweiterung des Wohnhauses gesehen. Grundrisse von Gärten erinnern an die von Wohnhäusern. So finden sich in der Barth'schen Anlage Gartenräume auf unterschiedlichen Terrassenebenen, die von Hecken umsäumt und von Mauern aus Rüdersdorfer Kalksandstein gestützt werden. Jeder Gartenraum hat sein eigenes Thema: ein quadratisch organisierter Gemüsegarten etwa, oder eine blumenreiche Terrassenachse, die das Sommerhaus mit dem Gartenpavillion verbindet. Eine Terrassenebene darüber liegt der Rosengarten mit Abschluss eines hangseitigen Alpinums, von dessen erhöhtem Sitzplatz aus sich ein Ausblick auf die Gartenanlage und den Havelraum öffnet. Hier schließt ein landschaftlicher Waldgarten mit einem künstlichen Bachlauf an, der harmonisch in die Hanglage eingearbeitet wurde. Am Ufer unterstreichen ein breiter Wiesenstreifen und sanfte Höhenmodellierungen die landschaftliche Gestaltung.

 

Zerstörung und Neuanfang des Gartens

 

Tragisch verlief die weitere Geschichte: 1933 emigrierte der jüdische Bankier ins Ausland. Das Anwesen überschrieb sich der NS-Staat. Im gleichen Jahr wählte Erwin Barth, 52-jährig, den Freitod. Nach dem Krieg wurde das Anwesen als westberliner Zollkontrollstelle und für Wochenendhäuser genutzt. Das Sommerhaus ging verloren, die Anlage verwilderte. Nach der Wende war der Weg frei für die Gartendenkmalpflege. In den letzten 20 Jahren wurde der Garten vorbildlich vom neuen Eigentümer, dem Bezirk Spandau, wiederhergestelt.

 

Öffnungszeiten und Sommercafé

 

Ein Sommercafé lädt von Mai bis September zu selbstgebackenem Kuchen ein. Ausstellungen und Konzerte nutzen den Garten als prächtigen Rahmen. An Wochenenden und Feiertagen sind das Gartendenkmal und das Café von 11-18 Uhr geöffnet. Ist der Garten das Ziel eines Tagesausfluges, sollte man mit dem Fahrrad auch den wenige Kilometer entfernten Sacrower Schlossgarten mit der Heilandskirche an der Havel besuchen.

 

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