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Die Pfaueninsel in Berlin-Wannsee

 

Gegenüber dem Neuen Garten in Potsdam, nur vom Jungfernsee der Havel getrennt, liegt der unbestritten romantischste Park Berlins, die Pfaueninsel. Der Besucher nähert sich der Parkinsel durch ausgedehnte Waldgebiete bis zur Fähre, die das etwa 70 Hektar große Eiland mit dem Festland verbindet. Obgleich nur einige dutzend Meter entfernt, sorgt die Fährverbindung dafür, dass sich auf der Pfaueninsel ein abgeschiedenes Inselgefühl einstellt. Unweit der Anlegestelle ragt das berühmte weiße Schloss weithin sichtbar aus dem Inselgrün. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts in romantisch inszenierter Ruinengestalt errichtet.

 

Historische Anfänge

 

Der damalige preußische König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797), Neffe und Nachfolger Friedrich des Großen (1712-1786), ließ Schloss und Park als Erweiterung des Potsdamer Neuen Gartens auf der anderen Seite der Havel errichten. Die Voraussetzungen für einen romantischen Landschaftspark nach englischem Vorbild waren gut, denn auf der bisher wenig genutzten Insel wuchsen ehrwürdige alte Eichen, die bis heute den Park prägen. Auf der Pfaueninsel schuf der König sein Refugium abseits der Regierungsgeschäfte. Schon in jungen Jahren verabredete er sich hier mit seiner Jugendliebe Wilhelmine Encke (1753-1820) zu amourösen Treffen. Die Staatsraison gestattete keine offizielle Verbindung zur bürgerlichen Wilhelmine. Dennoch hatten beide zusammen mehrere Kinder und Wilhelmine lebte bis zum Tod Friedrich Wilhelm II. im Jahre 1797 auf der Insel. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage gerade fertiggestellt. Die Pfaueninsel bleibt bis heute vor allem mit Friedrich Wilhelms II. und Wilhelmine verbunden.

 

Ein Inselspaziergang

 

Mit bedacht eingefügte Wege und sorgfältig platzierte Parkarchitekturen begleiten den heutigen Besucher auf seinem Inselrundgang. Im hinteren Teil der Insel befindet sich die Meierei, die einer gotischen Klosteranlage nachempfunden wurde. Wie das Schloss geht die Meierei auf die Ideen Friedrich Wilhelm II. zurück, der für die privaten Inselgebäude keinen namhaften Architekten beauftragte sondern lediglich den Hofzimmermeister. Als Ruine entworfen, war die Meierei ein funktionierendes Gebäudeensemble für die Milchviehhaltung, für Pferde und Schafe. Heute etwas vernachlässigt, besitzt die Meierei vielleicht gerade deshalb ihren weltabgewandten ländlichen Charme, als stünde sie bereits seit dem Mittelalter auf der Pfaueninsel.

Unweit der Meierei befindet sich ein kleiner Tempelportikus aus Sandstein, der zu Ehren der jung verstorbenen Königin Luise auf der Insel aufgestellt wurde. Ihr Gemahl, Friedrich III., Thronfolger Friedrich Wilhelm II, veranlasste aber noch weitere Ergänzungen auf der Insel. Nach der Flucht des Königs vor den französischen Truppen und nach den siegreichen napoleonischen Kriegen zu Anfang des 19. Jahrhunderts ließ er durch Karl Friedrich Schinkel das Kavaliershaus erweitern und wenig später das Schweizerhaus errichten. Peter Joseph Lenné (1789-1866) war für die parkgestalterischen Veränderungen zuständig. Unter seiner Federführung entstand die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft, die als künstlerisch aufgewertete Landschaft von der Pfaueninsel im Osten, über Potsdam bis nach Werder in den Westen reichte und seit 1990 zum Weltkulturerbe zählt.

 

Die Menagerie und das Palmenhaus

 

In der Mitte der Insel wurde die Menagerie errichtet. Anfangs zählte man in den Gehegen nur einige Tiere, durch Schenkungen erweiterte sich die Tiersammlung jedoch im Jahre 1832 auf fast 900 Tiere. Das botanische Pendant zur Menagerie war das 34 Meter lange und 14 Meter hohe Schinkelsche Palmenhaus für exotische Pflanzen, das, künstlerisch-architektonisch von hoher Qualität, im Jahre 1880 leider niederbrannte. Auch von der Menagerie fehlt heute jede Spur. Die Tiere wurden von Friedrich IV. als Grundstock an den neuen Berliner Zoo abgegeben, da er das faunistische Interesse seines Vaters nicht teilte. Seit 1840 wurde die Insel von den Regenten kaum beachtet. Diesem Grund ist es zu verdanken, dass die komplette Inneneinrichtung des Schlosses fast unverändert den Zeitgeschmack des frühen 19. Jahrhunderts widerspiegelt. In den 1920er Jahren, nach dem Fall der Monarchie, gab es Bestrebungen, die Insel als neue Villensiedlung zu parzellieren und zu verwerten, doch die Ausweisung als Naturschutzgebiet vereitelten diese Vorhaben.

So werden die Besucher, die auf die Fähre warten, bis heute von einer Schar Pfauen verabschiedet, wie zu Zeiten Friedrich Wilhelm II. und Wilhelmines.

 

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