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Jardíns d'Alfàbia auf Mallorca, Spanien


Fern der Strände bietet Mallorca seinen Besuchern Natur- und Kulturschätze
in Hülle und Fülle. In den Jardíns d'Alfàbia finden Natur und Kultur im wohl
schönsten mallorquinischen Garten zur Einheit. Um ein Herrenhaus arabischen
Ursprungs erstrecken sich reich gegliederte, wasserreiche Gartenpartien mit
üppiger, mediterraner Vegetation.

 

 

Das bei Wanderern wie Radfahrern beliebte Tramuntaner Gebirge erhebt sich am nordwestlichen Inselrand majestätisch über das Mittelmeer. Wer von Palma ins beliebte Bergstädtchen Sóller unterwegs ist, sollte den Gärten unbedingt einen lohnenden Besuch abstatten. Unmittelbar vor dem Straßentunnel nach Sóller, bei Bunyola,  befinden sich die Gärten mit dem etwas versteckt liegenden Zugang zum Anwesen. Reizvoll ist auch eine Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Palma nach Sóller. Die Gärten von Alfàbia (Bahnhof Banyola) sind ein idealer Zwischenstopp.


Wasser und Schatten mildern
die Härte der südlichen Sonne.


Formenreichtum des Wassers


Das Gartenanwesen schmiegt sich an den Südhang des über 1000 Meter hohen Berges „Serra d’Alfàbia“. Das Wort Alfàbia bedeutet „Krug“ und verweist damit auf die geschützte, wasserreiche Lage am Ende eines Tals. Von hier blickt man südlich über die weite, offene Ebene zur Bucht von Palma. In entgegengesetzter Richtung schützen die Berge vor kalten Nordwinden und speisen die Quellen der Gärten mit frischem Gebirgswasser.

Ob lustvolles Wasserspiel, Bewässerungskanäle, kühle Zisterne, stille Teiche, bemooste Grotte oder sprudelnde Brunnen: Wasser, das auch im Hochsommer nicht versiegt, präsentiert sich als Hauptthema der Gärten von Alfàbia. Die Vegetation spiegelt den natürlichen Wasserreichtum in ihrer frischen Üppigkeit wider.


Der blühende Frühling ist die
ideale Reisesaison.


Der maurische Ursprung


Die besondere Lage erkannten bereits die Mauren, die im 10. Jahrhundert das römisch-fränkische Erbe antraten und die Herrschaft über die Insel übernahmen.

Als bereits 1229 der christliche König von Aragón, Jaume I., die Insel während der Reconquista zurückeroberte, mussten die muslimischen Mauren entweder fliehen oder sich mit den neuen Herren arrangieren. Der maurische Wesir Ben Abet wurde für seine Hilfe während der christlichen Rückeroberung mit dem Anwesen von Alfàbia belohnt. Später jedoch übernahmen andere Gefolgsleute der neuen Machthaber das Anwesen als Lehen.

Der Eindruck maurischer Gartenbaukunst, die Kunst mit Wasser umzugehen, blieb jedoch bis heute erhalten. Auch die Jahrhunderte nach dem direkten Einfluss der Mauren haben ihre wasserreichen Spuren hinterlassen.

Das Nebeneinander vieler Epochen macht den Garten zu einem kunstgeschichtlich herausragenden Ort. Die Gärten gehören daher zum besonders geschützten Kulturerbe der Balearen.


Front des Haupthauses
mit Blick in den Innenhof.


Die große Platane im Innenhof.


Ein Rundgang durch die Gärten


Die Anlage wird als „Gärten“ bezeichnet. Der Besucher wird durch unterschiedliche Bereiche geleitet, die man als einzelne, aber dennoch zusammenhängende Gärten betrachten kann.

Zu Beginn steigt der Besucher eine terrassierte Stufenanlage hinauf, die von einer uralten wassergefüllten Zisterne aus der Maurenzeit bekrönt wird. (Foto oben links) Von der obersten Terrasse mit Wandbrunnen gelangt man durch einen Torbogen zur Wasserpergola, einem Höhepunkt der Gärten. Zweidutzend barocke Wasserspeier flankieren in Zweierreihen die bepflanze Pergola und verwandeln den Weg in einen funkelnden und sprühenden Wassertunnel. Per Knopfdruck kann der Mechanismus ausgelöst werden. Von der Wasserpergola hat man einen schönen Überblick über die umliegenden, terrassierten Orangenhaine und Gipfel der Berge.

Über eine Querverbindung, die als kleines Gartenparterre ausgestaltet ist, gelangt man zum Haupthaus. Seine baulichen Ursprünge sind ebenfalls in der Maurenzeit zu finden. Durch vielgestaltige Umbauten zeigt das Gebäude heute aber vor allem sein barockes Gesicht. Ein vom Haupthaus umschlossener Innenhof aus dem 16. Jahrhundert bildet den Gartenteil, der am meisten von der Architektur geprägt ist und von einer riesigen Platane überwölbt wird.

Zuvor allerdings kann der Besucher den landschaftlich gestalteten Garten um den Seerosenteich erkunden. Große Palmen und Zedern säumen den Weg. In der nahen Bar findet der Gartenbesucher vielerlei Erfrischungen und kleine Snacks. Das Herrenhaus ist museal hergerichtet und beherbergt viele antike Möbel und eine umfängliche Bibliothek sehr alter Buchtitel.

Der Charme der Anlage speist sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass die Eigentümer das Anwesen landwirtschaftlich betreiben und die umliegenden Felder und Zitrushaine nicht nur Dekoration, sondern lebendige Gartenkultur sind.

Wer sich vom Strandurlaub oder der Hitze der südlichen Sonne eine kurze Auszeit gönnen will, der findet in den Jardíns d'Alfàbia eine ruhige Oase in den Bergen.

Der Eintritt kostet 6,50€ (2013).

 


Die Treppe führt zur Zisterne
aus der Maurenzeit.


Parterre-artige Gartenpartie.


Beschattete Pergolen schützen
vor der südlichen Sonne.


Landschaftlicher Gartenteil
mit großem Teich.