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Glanzstück der Lausitz – Der Muskauer Park lockt mit Attraktionen

 

 

"Ein Park muss wie eine Gemäldegalerie sein, alle paar Schritte soll man ein neues Bild sehen.“ Hermann Fürst von Pückler-Muskau

 

Der Muskauer Park begeistert jährlich über 250 000 Gäste, und es werden mehr. Denn nicht allein der Landschaftsgarten reizt die Touristen. Im Welterbe-Park hat sich viel getan: Das verfallene Schloss ist restauriert, Parkschöpfer Pückler lädt in eine außergewöhnliche Ausstellung und das Tourismuszentrum versorgt Besucher mit Infos und Hilfe.   

 

UNESCO-Weltkulturerbe – Muskauer Park

Der Muskauer Park verbindet außergewöhnliche Natur und Kunst: weitläufige Wiesen, majestätische Bäume, geschwungene Wege, pittoreske Seen und Flüsse, einzigartige Brücken und Bauten. Auf über 830 Hektar erstreckt sich der Park beiderseits der Neiße. Zu Fuß, per Kutsche, Fahrrad oder Boot lässt sich das Gartenreich erkunden. Was wie natürlich gegeben und gewachsen scheint, ist bis ins Detail geplant – ein Gartenkunstwerk von Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Der Standesherr gestaltete seinen Landschaftspark zwischen 1815 und 1845. In seinem Geiste erhalten deutsche und polnische Denkmalpfleger den Park heute. Für die UNESCO Anlass, ihn 2004 in das Welterbe der Menschheit aufzunehmen. Ihr Urteil: „Der Muskauer Park/ Park Mużakowski ist ein außergewöhnliches Beispiel für einen europäischen Landschaftspark und eine künstlerische Ideallandschaft. Der Park steht darüber hinaus für einen neuen Ansatz der Landschaftsgestaltung im städtischen Raum.“

 

Bei der Anlage seines Parks Anfang des 19. Jahrhunderts ließ sich Hermann Fürst von Pückler-Muskau von englischen Gärten des Regency inspirieren. Er entwickelte eine eigene Formensprache, in der die Szenerien seines Parks natürlich erscheinen, obwohl ihre Anlage und Wirkung genauestens kalkuliert worden sind. Diese Gestaltung wirkte vorbildhaft für Anlagen in Europa und Amerika. Pückler selbst arbeitete danach am königlichen Garten in Babelsberg, erhielt Aufträge für Neuhardenberg, Weimar, Paris und legte schließlich den familiären Park in Branitz an, seinen Alterssitz.

 

Der Muskauer Park besticht durch seine großräumige und abwechslungsreiche Gestaltung, weite Sichtbeziehungen und reizvolle Gewässer. Dafür nutzte Pückler die vorgegebene Landschaft des Muskauer Faltenbogens meisterhaft aus und schuf zudem künstliche Vorsprünge und Wasserläufe. Mit welchen innovativen Ideen und Mitteln der grüne Fürst sein Land formte, vermitteln geführte Sapziergänge im Park aber auch aufwändige Animationen, Bildtafeln und Folianten in der Ausstellung „Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen!“ im Neuen Schloss Bad Muskau.

 

Herzstück des Parks – Neues Schloss
Pücklers Residenz ist eine dreiflügelige Anlage, malerisch umspielt von Blumengärten und dem Luciesee. Zwei Turmkuppeln krönen das Schloss, vom Südwestturm können Besucher aus 35 Metern Höhe einen weiten Blick in den Park genießen. Der barocke Bau wurde von Pücklers Nachfolgern im Stil der Neorenaissance verändert und mehrfach umgebaut. Kämpfe des Zweiten Weltkrieges verwüsteten Park und Schloss, als die „Hauptkampflinie“ 1945 hier wütete. Im gleichen Jahr wurde das Schloss durch Brandstiftung zerstört und überdauerte die DDR-Zeit als Ruine. Erst 1995 begann die sorgfältige Restaurierung und seit 2008 ist das Gebäude endlich wieder öffentlich zugänglich.

 

Der Besucher findet Pücklers Arbeitszimmer so vor, als würde der Fürst nur kurz eine Runde im Park drehen. Und in der Callenbergschen Bibliothek erstrahlt die Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert in neuem Glanz. Nur eine gewitzte Freiheit nahmen sich die Restauratoren heraus, sie arbeiteten das Relief einer Maus in die historische Decke ein.

 

Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen! – Ausstellung

Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) war als Schriftsteller, Reisender und  Landschaftsgärtner berühmt – als Frauenheld, Dandy sowie Lebemann berüchtigt. Seine Abenteuer bieten Stoff für Legenden und Anekdoten, die der Fürst allzu gerne auch selbst verbreitete: „Bei mir heißt es nicht: Was werden die Leute davon sagen? Sondern: Werden auch die Leute etwas davon sagen?“ Die spektakuläre Ausstellung im Neuen Schloss steht in dieser Tradition.

Das Obergeschoss widmet sich dem Leben des Muskauer Standesherrn: Im Familientheater gibt ein Diener den Bänkelsang zur Geschichte der Schlossherren, im Berliner Salon kommen berühmte Freunde zu Wort (darunter Bettina von Arnim, Johann Wolfgang von Goethe, Karl Friedrich Schinkel), Pücklers Reiseerlebnisse sind auf Schaukasten-Bühnen amüsant altertümlich inszeniert, magische Hör-Herzen enthüllen die Liebesabenteuer des Fürsten und ein mechanischer Liebesbrief-o-mat kreiert dazu romantische Botschaften im Stile des Lausitzer Casanovas.

Das Erdgeschoss bietet Animationen, Folianten und interaktive Zeittafeln zur Entwicklung des Muskauer Parks unter Pückler und seinen Nachfolgern. Ein Highlight der Ausstellung ist die fantastische Kutschfahrt durch Pücklers Visionen, die er in seinem reich illustrierten Gartenbuch „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ darlegte. Der Besucher steuert in einem automatischen Wagen durch überdimensionale Buchseiten, während Pückler seine Parkträume kommentiert. Ob und wie diese Ideen in Erfüllung gegangen sind, lässt sich bei einem anschließenden Spaziergang im heutigen Park überprüfen. Auch während des Ausstellungsrundgangs stellt der Blick aus den Fenstern stets reizvolle Bezüge zwischen Exponaten und Landschaftsgarten her. Besonders eindrücklich wirkt dieses Prinzip beim Betreten des überdachten Turmbalkons, von wo der Besucher einen Blick in den Schlossgarten genießt. Dort deuten moderne Edelstahlelemente Pücklers geplante Blumenarrangements an, der Park wird somit selbst zu einem Bild innerhalb der Ausstellung.

 

 

 

 

  

„Auf dem Promenadenweg" – Blick zum Neuen Schloss

 

„Am Eichsee herrscht eine ruhige Stimmung "

 

Tränenwiese und Neues Schloss

 

Neues Schloss hinter dem Luciesee

 

 

Die Orangerie mit Rosary ist im Sommer wie im Winter immer einen Besuch wert

 

 

Einen tollen Ausblick können Sie geniessen auf dem Turmbalkon am Neuen Schloss

 

Liebesbrief-o-mat in der Ausstellung Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen!

 

 

Fotos:  Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“/ Astrid Roscher