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| Klostergarten Seligenstadt am Untermain | |||
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Nur etwa 25 Kilometer vom Frankfurter Stadtzentrum entfernt liegt Seligenstadt am hessischen Untermain. Kein Geringerer als Einhard, der Berater und Biograph Karls des Großen, gründete im Jahr 828 hier ein Kloster. Für die Gebeine der Märtyrer Petrus und Marcellus, die kurze Zeit zuvor aus Rom entwendet wurden, errichtete man auf dem Klostergelände die bis heute erhaltene Einhard-Basilika, die zu den bedeutendsten Kirchenbauten der Karolingerzeit nördlich der Alpen zählt. Die meisten Gebäude wurden in der Barockzeit umgebaut oder neu errichtet. Das klösterliche Leben endete mit der Säkularisierung im Jahr 1803. Damit ging eine fast 1000-jährige lebendige Geschichte als Benediktinerkloster zu Ende.
Gartenkultureller Höhepunkt im Rhein-Main-Gebiet
Heute präsentiert sich die Anlage im hervorragend restaurierten Zustand und gewährt Einblicke in das klösterliche Leben der Benediktiner. Die Gartenkultur des Klosters wird in ihren vielen Facetten vorgestellt. Vom Weinbau über Obst- und Gemüseanbau bis hin zur Klostermedizin reicht die Themenvielfalt in Seligenstadt.
Auf dem weitläufigen Gelände gruppieren sich Wirtschaftsgebäude, Höfe und Gärten um das Kloster mit den alles überragenden Doppeltürmen der Basilika. Seit 1986 wird nach wissenschaftlichen Befunden die historische Gestalt der Gartenanlagen rekonstruiert. Der Umgang mit Nutz- und Zierpflanzen in der Barockzeit wird so für den Besucher wieder lebendig.
Der größte Teil des Klosterareals nimmt der Konventgarten, der klösterliche Nutzgarten, ein. Hohe Klostermauern aus rotem Buntsandstein schützen den Klostergarten. Hier gedeiht Obst und Gemüse in reicher Auswahl. Spalierbäume wachsen entlang der Wärme spendenden Mauern und vermitteln den Sortenreichtum früherer Jahrhunderte.
Die Klostermedizin
Der Apothekergarten veranschaulicht das große Wissen der Benediktiner um die Heilkraft von Pflanzen. Der Garten ist als gärtnerisches Pendant zur historischen Apotheke von 1720 gedacht, die, 2002 restauriert, zu den Höhepunkten jeder Klosterführung gehört. Die medizinische Versorgung des Konvents und der weiteren Umgebung lag seit dem frühen Mittelalter bis zur Auflösung des Klosters in den Händen der Mönche. Diese bewahrten das antike Wissen und gaben es weiter. Die Bedeutung der Klostermedizin soll in Seligenstadt wieder erfahrbar werden. Alle Pflanzenarten sind durch Schilder mit wissenschaftlichen und deutschen Namen markiert. Die Heilpflanzen sind, gemäß ihres Wirkortes, den jeweils angesprochenen Organen zugeordnet.
Orangerie und Kreuzgarten
Direkt an den Konventgarten angrenzend befindet sich die um 1757 erbaute Fachwerk-Orangerie mit dem typischen Schwanenhalsdach. Hier überwintern Zitrusbäume, Ananas, Feigen und Granatäpfel.
Das Zentrum des Klosters bildet der Kreuzgang mit Garten südlich der Basilika. Dieser in sich geschlossene „Hortus conclusus“ war in früheren Zeiten den Klerikermönchen vorbehalten, kann aber heute besichtigt werden.
Besuchern sei das Kloster in Seligenstadt wärmstens empfohlen. Garten und Kultur verschmelzen hier zu einer Einheit.
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