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Der Orto Botanico in Palermo, Italien


Conca d'oro, goldene Muschel, so heißt die fruchtbare Ebene zwischen Monte Pellegrino, Monte Catalfano und der Bucht am tyrrhenischen Meer, über die sich die sizilianische Hauptstadt ausbreitet. Das Gold ist ein Hinweis auf die gelben Früchte der ausgedehnten Orangenhaine, welche einst, in maurischer Zeit, die Stadt umgaben. Am Rande der mit architektonischen Schätzen reichlich gefüllten Altstadt erstreckt sich der ehrwürdige „Orto Botanico“ von Palermo. Hier kann man besagtes Gold an den Citrusbäumen bewundern. Hier wachsen gigantische Gummibäume in den Himmel und säumen Palmen und exotische Flaschenbäume die Parkwege.


Eine Italienische Reise - Auf Goethes Spuren


Als Ort der botanischen Wissenschaft wurde der bereits 1795 fertiggestellte Garten zum Vorbild vieler botanischer Gärten in ganz Europa. Seine Geschichte begann mit der Gründung der königlichen Akademie der Wissenschaften im Jahre 1779 aus der die heutige Universität Palermo hervorgegangen ist. Nachdem ein Lehrstuhl für Botanik eingerichtet wurde, schlug die Geburtsstunde des Botanischen Gartens. Man wählte 1786 die angrenzende Fläche zur Villa Giulia, einer öffentlichen Parkanlage, die einige Jahre zuvor fertiggestellt wurde. Dieser Garten wurde von Goethe ein Jahr später auf seiner Italienischen Reise 1787 überschwenglich gerühmt. Hier fand Goethe, was seine Italiensehnsucht suchte:


„Es ist der wunderbarste Ort von der Welt. Regelmäßig angelegt, scheint er uns doch feenhaft; vor nicht gar langer Zeit gepflanzt, versetzt er ins Altertum. Grüne Beeteinfassungen umschließen fremde Gewächse, Zitronenspaliere wölben sich zum niedlichen Laubengange, hohe Wände des Oleanders, geschmückt von tausend roten nelkenhaften Blüten, locken das Auge. Ganz fremde, mir unbekannte Bäume, noch ohne Laub, wahrscheinlich aus wärmern Gegenden, verbreiten seltsame Zweige.“


Ein kunstvoll gearbeitetes Gittertor verbindet bis heute den Park der Villa Giulia mit dem benachbarten Botanischen Garten.


Das Hauptgebäude


Zwei Jahre nach Goethes Besuch, in Paris sollte sich im gleichen Jahr die französische Revolution erheben, begann man 1789 mit dem Bau der architektonischen Teile des Botanischen Gartens. Das Hauptgebäude, das sogenannte Gymnasium (Bild oben rechts), wurde vom französischen Architekten Dufourny im neoklassizistischen Stil errichtet. Im Innern des Gebäudes befindet sich die Statue des Naturforschers und Pflanzen-Systematikers Carl von Linné neben anderen Größen der botanischen Wissenschaft. Sie ist die erste Statue überhaupt, die zu Ehren des Schweden geschaffen worden ist. Im Gebäude befand sich früher die ehemalige Privatwohnung des Direktors, sowie das erste Herbarium.


Ein Rundgang durch den Orto Botanico


Geht man durch das Gebäude hindurch, gelangt man in den ältesten Teil des Botanischen Gartens. Hier sind regelmäßige Beete angelegt, die nach dem Linnéschen Pflanzen-System geordnet wurden.


Über die Viale Centrale, der Mittelachse (Bild oben Mitte), wird der Besucher zu einem kreisrunden Wasserbassin geführt, das in 24 Teile mit unterschiedlichen Wasserhöhen gegliedert ist. Hier gedeihen Wasserpflanzen unweit des gigantischen, 1845 gepflanzten Ficus magnoloides (Bild rechts unten), einem Gummibaum, den man als kleinerer Version auch von der heimischen Blumenbank her kennt.


Gewächshäuser komplettieren den architektonischen Teil des Gartens. Das älteste Glashaus geht auf ein Geschenk der österreichischen Königin Maria Karolina zurück.


Ein Highlihgt ist auch der Sukkulentengarten (Bild oben links). In Töpfen gedeiht eine Vielzahl von Aloen, Opuntien und anderer Pflanzengattungen. Eine wissenschaftliche Pflanzensammlung, die Ihre ästhetischen Reize aus der strenge der Anordnung seiner Pflanztöpfe schöpft.


Bedeutender Ort der botanischen Wissenschaft


Der Garten wurde immer wieder erweitert und verändert. So kam 1913 der „Giardino Koloniale“ dazu. In der angewandten Botanik wurden wirtschaftlich interessante Pflanzen aus fernen Weltgegenden erforscht und vermehrt. Darin bestand im Botanischen Garten bereits eine gewisse Tradition. Neben anderen Pflanzen war Palermo für die Mandarine das Tor nach Europa und auch die Baumwolle wurde hier erstmals in Kultur genommen.


In den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg wurden Gartenpartien nach der Systematik Englers bepflanzt. Engler (1844-1930) war führender Pflanzenspezialist seiner Zeit und Direktor des Botanischen Gartens in Berlin mit dem der Garten in Palermo regen Austausch pflegte.


Der Zauber südlicher Gärten


Für an Kälte gewöhnte Mitteleuropäer entfaltet sich im Botanischen Garten von Palermo der volle Reiz südlicher, exotischer Gärten. Die am Baume wachsenden Citrusfrüchte, die Stauden voller Bananen, die Gummibaumriesen: Scheinbar Bekanntes erstrahlt im neuen Licht. Dem Besucher befällt unweigerlich ein Gefühl, das bereits Goethe im Park der Villa Giulia vor mehr als 200 Jahren hatte:


„Die vielen Pflanzen, die ich sonst nur in Kübeln und Töpfen, ja die größte Zeit des Jahres nur hinter Glasfenstern zu sehen gewohnt war, stehen hier froh und frisch unter freiem Himmel, und indem sie ihre Bestimmung vollkommen erfüllen, werden sie um so deutlicher.“

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Weitere Gärten in Italien:
Villa d'Este in Tivoli bei Rom
Isola Bella im Lago Maggiore

 

 


Das Gold der Conca d'oro


Ein bewehrter Flaschenbaum


Dutzende Aloe-Arten





Carl von Linné im Gymnasium


Glashaus "Maria Carolina"











Ein giganitischer Gummibaum, das Wahrzeichen des Orto Botanico.