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Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, Weinheim


Der Weinheimer Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim ist ein gärtnerisches Zukunftslabor. Im milden Weinbauklima der Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg gelegen, ist der Garten einer der ersten Adressen für moderne Staudenverwendung in Deutschland. 

 

 

 

Der Leiter des Schau- und Versuchsgartens, Cassian Schmidt, untersucht in Weinheim wissenschaftlich und experimentell neue Pflanzengemeinschaften für Gärten und öffentliche Grünräume. Wer hier nur nüchtern-sachliche Pflanzungen erwartet, der wird positiv überrascht: Großflächige Staudenpflanzungen in schattigen, trockenen, sonnigen oder feuchten Lagen zeigen etwa 3500 verschiedene Pflanzenarten. Kleine und große Wege ziehen sich durch alle Gartenteile. Eine zentrale Liegewiese sorgt für eine großzügige Weite, die von den breiten Staudenbereichen eingerahmt wird.

Der Garten blickt auf eine 200 jährige Gartentradition zurück. Viele Baumveteranen sind um das Jahr 1880 gepflanzt. Ein klassizistisches Herrenhaus ist Zentrum des Gartens und wird von der Firma Freudenberg genutzt. Das Familienunternehmen hat den Versuchsgarten 1981 ins Leben gerufen, der seit 1983 zu besichtigen ist.

Bereits Karl Foerster, der berühmte Potsdamer Staudenzüchter, forderte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Schau- und Sichtungsgärten um die Qualität der blumigen Gartenschönheiten zu steigern. Heute folgen die Weinheimer Gärtner  Foersters Ermunterung. Siehe Schaugarten von Karl Foerster


Rittersporn


Stipa, das Federgras


Pflanzengemeinschaft 'Präriegarten'


Der Begriff „Präriegarten“ umschreibt das ästhetische und pflanzensoziologische Vorbild der Weinheimer Pflanzexperimente. Üppige Pflanzenvielfalt und stabile Pflanzengemeinschaften zeichnen die nordamerikanischen Steppen aus. Davon leitet sich der Versuch ab, eine Vielzahl von Pflanzenarten auszuwählen, die sich nicht gegenseitig in den Pflanzungen unterdrücken. Pflanzen mit ähnlichem Konkurrenzverhalten werden zusammengestellt. Die Mischpflanzen setzen sich aus Wild- und Kulturpflanzen zusammen, die aus allen Weltregionen stammen. Sie einen gleiche oder ähnliche Standortansprüche.


Salbei


Schöne Pflanzkombinationen


Beim 'Präriegarten' geht es nicht darum, eine ökologisch getreue Kopie einer nordamerikanischen Steppe darzustellen. Die künstlerische Absicht ist es, den gestalterischen Reiz einer Prärie einzufangen. Pflanzen, die von Ihrem Pflanzenwuchs, ihrem Farbkontrasten und Konkurrenzverhalten zusammenpassen, werden in Weinheim in neuen Pflanzgemeinschaften erprobt.


Siebenbürger Perlgras und
Witwerblume


Dauerhafte Schönheit


Über Jahre sollen die Pflanzungen stabil sein, ohne dass sich die Artenverteilung durch Konkurrenzdruck stark verändert oder einzelne Pflanzen verdrängt werden. Aber auch innerhalb des Jahres soll die Pflanzung stets attraktiv sein. Vom Frühling bis in den Winter hinein, wenn die getrockneten Pflanzenteile noch immer dem Beet Struktur verleihen.


Frauenmantel mit
Storchschnabel


'New German Style'


Anders als das klassische englische ‚Mixed Border’, dem typisch englischen Staudenbeet, bei dem die Pflanzen allein nach Gesichtspunkten der Schönheit ausgewählt werden, setzt der Präriegarten auf die perfekte Kombination aus Schönheit und vorhandenen Licht- und Bodenverhältnissen. In einem Garten von Vita-Sackville-West war der perfekte Standort noch eher unwichtig. (Siehe Garten in Sissinghurst) Der Weinheimer Gestaltungsansatz wird mittlerweile gar als „New German Style“ bezeichnet.


Salbei mit Fetthenne


Pflegeleichtigkeit


Der geeignete Standort führt zu dauerhaften Pflanzungen, die ohne viel Pflege auskommen. Eine Pflanze, die gut gedeiht, weil sie die richtigen Bedingungen vorfindet, lässt sich auch nicht so schnell von Allerweltsunkräutern verdrängen.

Die Pflanzung selbst ist nicht statisch, sie verändert sich beispielsweise durch Selbst-Aussaat. Innerhalb der üppigen Pflanzung gibt es wenig Platz für kleinkariertes Ordnunghalten. „New German Style“ ist da eher kontrolliertes Laisser faire.

Inzwischen sind die Weinheimer Mischungen auch bei den öffentlichen Grünämtern willkommene Neuerungen. Immer gleiche Wüsten aus Bodendeckerrosen, Cotoneaster und Heckenkirsche (Lonicera nitida) bekommen attraktive Konkurrenz. Und auch der Gartenbesitzer, der bislang Staudenbeete und das obligatorische Unkrautjäten und Wässern scheute, bekommt die passende Alternative zu ihren langweiligen (und aufwendig zu pflegenden) Rasenflächen.


Zuschauen und Wachsenlassen


Große Rasenfläche


Öffnungszeiten


März: 10-18Uhr
April-September: 10-19Uhr
Oktober: 10-18Uhr
November bis Februar: 10-16Uhr, in Wintermonaten nicht feiertags
24. Dezember bis 6. Januar geschlossen

Private Führungen nach Vereinbahrung